13.9.2025 Wir starten am Nachmittag stressfrei in diese Reise und fahren nur gut 60 km durch den schönen Odenwald bis nach Großheubach am Main. Dort stehen wir auf dem recht vollen Stellplatz am Gasthaus „Zur Bretzel“. Wir machen einen kleinen Spaziergang am Main, und gegen 18 Uhr treffen auch unsere Freunde Brigitte und Uli ein. Sie haben sich ein Wohnmobil geliehen, um mit uns auf dieser Tour einmal die Vorzüge des Wohnmobil-Lebens kennenzulernen. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit (mit beruhigenden Eisvorräten im Kühlfach unserer Freunde) und genießen dann das deftige Abendessen im Gasthaus.14.9.2025 In der Nacht hat es recht heftig geregnet, und das geliehene Wohnmobil unserer Feunde hat sich leider als nicht ganz wetterfest erwiesen. Das Wasser staute sich zentimeterhoch auf dem Dach und floss nicht ab, sondern an mehreren Stellen hemmungslos ins Innere. Die Armen waren einige Stunden mit Wasserschöpfen beschäftigt und hatten wirklich keine gute Nacht … was für ein furchtbarer Beginn einer WoMo-Jungfernfahrt! Nach etwas Trost und Sanierungsarbeit starteten wir trotzdem auf unsere Etappe nach Bayreuth, wo wir etwas außerhalb der Stadt an der Lohengrin-Therme einen guten Stellplatz fanden. Mit dem Bus ging es dann in die Stadt. Nach einem kleinen Rundgang war unser Hauptprogrammpunkt dort Maisels Brauereimuseum.15.9.2025 Nach einer erholsamen Nacht fahren wir wieder per Bus in die Altstadt von Bayreuth und besuchen dort das Markgräfliche Opernhaus. Das 1744-48 errichtete Barock-Theater ist ein wahres Schmuckstück und Weltkulturerbe. Und das zugehörige Museum erklärt sehr unterhaltsam seine Geschichte und wie so ein Kulissentheater funktioniert. Sehr schön und sehr beeindruckend! Brigitte und Uli fahren nach dem Mittagessen mit einem geliehenen Pkw zu einem wichtigen Termin zurück in die Heimat, während Dagmar und Manfred nach kurzer Shopping-Tour im WoMo die Füße hochlegen …16.9.2025 Auf unserem heutigen Kulturprogramm steht die Bayreuther Eremitage, zu der wir vom WoMo-Platz laufen können. Es ist eine beeindruckende Parkanlage aus dem 18. Jahrhundert, in der die gestresste Adelswelt seiner Zeit Entspannung und Zerstreuung suchte. Höhepunkt neben den zahlreichen Wasserspielen ist das Alte Schloss, in dem die Markgräfin und der Markgraf ausgewählte Gäste empfingen. Nach einem damals technisch beeindruckenden und feuchten Empfang in der „Grotte“ kleidete man sich für das Eremiten-Spiel in einfache Leinengewänder und verbrachte einige Zeit allein in kleineren Zimmern. Die waren aber für die damalige Zeit doch noch recht komfortabel. Und ein Festsaal und die Küche waren nicht weit … man ließ es sich also auch in diesem Spiel nicht allzu schlecht gehen. Insgesamt ist die Eremitage jedenfalls eine hübsche, sehenswerte Anlage. Nach einer kleinen Pause im Wohnmobil besuchen wir dann noch die Lohengrin-Therme. Manfred fühlt sich diskriminiert, weil er heute am „Damentag“ nicht in den Saunabereich darf, aber das ändert nix … und das Wasser im Badebereich ist ja auch schön warm …17.9.2025 Unsere Freunde sind gestern Abend zurückgekommen, und wir fahren nun wieder gemeinsam gut 160 km ins Erzgebirge. Unterwegs machen wir mit unserem Wohnmobil die 100.000 km voll (nach gut 8 Jahren und 726 Übernachtungen). Bei Annaberg steuern wir den Markus-Röhling-Stolln an, ein Besucherbergwerk, das auf den Silber- und Kobaltabbau im frühen 18. Jahrhundert zurückgeht, später dann (nicht erfolgreich) auch dem Uranabbau dienen sollte. Wir ergattern ein paar letzte Plätze für eine knapp zweistündige Besichtigung und können gleich einfahren. Mit einem Zug geht es 600 m in den Berg hinein, und ein sehr unterhaltsamer Führer vermittelt uns bei einem Rundgang interessante Eindrücke der Arbeit unter Tage über die Jahrhunderte. Anschließend fahren wir zum Essen und zu einer kleinen Stadtbesichtigung nach Annaberg (samt Annenkirche) und dann weiter zum Campingplatz „Erzgebirgsblick“ kurz vor Chemnitz. Das Kerzenlicht im modernen Erzgebirgsstil steht für den ❤️ 32. Hochzeitstag ❤️ von Dagmar und Manfred.18.9.2025 Mit einem Linienbus fahren wir nach Chemnitz und erkunden die europäische Kulturhauptstadt 2025 mit Karl-Marx-Megabüste (40 t), neuem und altem Rathaus und vieles mehr. Nach Bratwurst und Spaghetti-Eis besuchen wir die Ausstellung der Werke von Edward Munch (1863-1944). „Das Geschrei“ ist das herausragende Werk des von Ängsten geplagten norwegischen Künstlers, uns gefällt auch die kolorierte Fassung von Andy Warhol von 1984 oder Munchs Bild „Zwei Menschen. Die Einsamen“ (1906-1908). Bei der Ausstellung begleiten uns unsere lieben Willgraben-Nachbarn Susanne und Gernot. Anschließend haben wir dank Gernots Kontakten hier in Chemnitz Gelegenheit, in einer exklusiven Führung zwei von Henry van de Velde Anfang des 20. Jahrhunderts entworfene Häuser zu besichtigen. Wir lernen viel über die Familie Beyer, die hier eine Fabrik für Tinte besaß. Erfüllt von so viel Chemnitzer Kultur besuchen wir zum Abschluss noch den Biergarten „Miramar“ auf dem Schlossberg, bevor uns ein Taxi zurück zum Campingplatz bringt.19.9.2025 Vormittags fahren wir weiter nach Leipzig, wo wir auf dem „Stellplatz Leipzig Melinenburg“ für 3 Nächte reserviert haben. Während unsere Freunde hier allein die Stadt erkunden, machen wir uns auf zum Treffen der Cousins und Cousinen von Dagmar hier in Leipzig. Die Stadt ist sehr voll, aber wir bekommen auf einer Bootsfahrt auf der Weißen Elster und dem Karl-Heine-Kanal eher ihre schöne und ruhige Seite präsentiert. Zu Lofts umgebaute Industriegebäude und einige Nutrias säumen unseren Weg über das Wasser. Nach dem Abendessen mit der Familie Wagner müssen wir uns schon wieder von der Runde verabschieden. Mit einem Mietwagen, den wir am Leipziger Hauptbahnhof übernehmen, geht es zurück zum Wohnmobilplatz.20.9.2025 Wir wollen bei der Geburtstagsfeier von Annika dabei sein und machen uns mit dem Mietwagen auf den Weg zurück ins Rhein-Main-Gebiet. Es wird eine sehr schöne, entspannte Feier mit lieben Menschen und zahlreichen Leckereien. Anschließend geht es zurück nach Trautheim zum Schlafen.21.9.2025 Nach einem gemütlichen Frühstück mit Hannah und Lasse, die bei uns übernachtet haben, machen wir uns um halb Elf wieder auf den Weg zurück nach Leipzig. Der Audi A6 bewältigt die Strecke etwas zügiger als ein Wohnmobil, und so sind wir am Nachmittag zurück auf dem Stellplatz. Nach dem Ausladen können wir den Leihwagen pünktlich um 16 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof abgeben. Mit einem kleinen Innenstadtbummel, einem Besuch des DDR-Nostalgiemuseums und einem Abendessen in „Auerbachs Keller“ lassen wir das etwas anstrengende Wochenende ausklingen.22.9.2025 Nach dem Auffrischen aller Systeme fahren wir an diesem sehr regnerischen Tag nach Meißen. Dort können wir ein Komplettpaket mitmachen: Domführung, Orgelkonzert (eröffnet mit Bachs Toccata und Fuge in D-Moll) sowie Führung durch die Albrechtsburg. Letztere wurde im 15. Jahrhundert erbaut, aber von den Bauherren nicht bezogen. Stattdessen war hier lange Zeit die Porzellanmanufaktur untergebracht. Ende des 19. Jh. wurde die Burg dann mit Fresken zur Geschichte Sachsens ausgestattet und zum Museum erklärt. Sie überzeugte vor allem mit schönen Architekturelementen. Ein Mittagessen im Burgkeller (mit regionalem Wein) und ein kleiner, verregneter Stadtrundgang runden unser Programm ab. Übernachtet wird heute auf dem Campingplatz „Rehbock“, etwa 4 km außerhalb von Meißen.23.9.2025 Bei Sonnenschein fällt unser Blick noch einmal auf Meißen. Es ist nicht weit zum nächsten Highlight unsere Tour, dem Schloss Moritzburg. Es wurde 1542 vom Herzog Moritz von Sachsen erbaut, und dann unter Kurfürst August dem Starken ab 1723 zum barocken Jagd- und Lusrschloss umgebaut. Mittels „HistoPad“ konnten wir viel über das Treiben im Schloss erfahren. Nach Selbstverpflegung im Wohnmobil haben wir anschließend 90 Minuten zu fahren, um den „Campingplatz Königstein“ direkt an der Elbe zu erreichen. Wir genießen noch ein wenig die Sonne und machen eine kleine Radtour auf dem Elberadweg.24.9.2025 Wir radeln etwa 8 km an der Elbe entlang und stellen unsere Bikes bestens geschützt in einer Fahrradbox ab. Mit einer kleinen Fähre erreichen wir den Kurort Rathen, der für uns Startpunkt des heutigen Bastei-Rundgangs ist. Zuerst geht es noch recht gemütlich am Amselsee entlang, dann folgen viele, viele Treppenstufen durch die „Schwedenlöcher“, bis wir schließlich die Bastei erreichen. Wir genießen bei kühlem, aber meist sonnigem Wetter die super Ausblicke dieses historischen Touri-Hotspots und die um 1850 erbaute Bastei-Brücke in zahlreicher Gesellschaft. Nach dem Abstieg belohnen wir uns am Ende der wirklich schönen Wanderung mit einem warmen Süppchen (Manfred wählte die berühmte Soljanka), bevor wir wieder das Ufer wechseln und zurück zum Campingplatz fahren. Kaffee und selbstgebackene, aufgetaute Schwarzwälder Kirschtorte gab es dann temperaturbedingt im Wohnmobil.25.9.2025 Es ist ein ziemlich trüber, kühler Regentag und wir harren die meiste Zeit gemütlich im Wohnmobil aus. Nur mittags treibt es uns zum Pizzaessen und Einkaufen in den naheliegenden Ort Königstein.26.9.2025 Wir machen uns bereits um 8 Uhr auf den Weg nach Hause. Es läuft recht gut, und um 14 Uhr sind wir nach 540 km bereits zurück im grünen Willgraben. Es waren für uns zwei abwechselungsreiche Wochen in Ostdeutschland, und wir haben die Gesellschaft unserer Freunde sehr genossen. Für sie war diese erst Wohnmobilreise aber vor allem wegen des betagten, ziemlich insuffizienten Leihmobils (u.a. mit Wassereinbruch, defekten Scheibenwischern und zu kleinen Tanks) sicher nicht ganz der ideale Urlaub 🤷♂️.