18.10.2023 Heute ist es windig, aber es regnet viel weniger als angekündigt. Bei uns ist erst einmal Waschtag. Am Nachmittag fahren wir nur gut 5 km auf einem sehr schönen Weg zum Cabo Roche. Die Küste hier ähnelt ein wenig der Algarve, und man hat auch einen schönen Blick auf Conil mit den vielen Gleitschirmfliegern. Den Abend genießen wir dann zusammen mit Ulrike und Ulrich bei einem Essen in unserem Wohnmobil.19.10.2023 Wir verlassen Conil. Es hat uns sehr gut gefallen, und wir sind sicher, dass wir nochmal hierher kommen wollen! 80 km sind es nach Chipiona zum Stellplatz „La Siesta de la Gaviota“, wo wir im Frühjahr 2022 schon einmal waren. Nach der Ankunft und kleinem Lunch versuchen wir uns an einem Strandspaziergang, aber es stürmt und regnet dann doch mächtig. Während wir Sherry und Manzanilla probieren, ist es für das Wohnmobil eine richtige „Dichtigkeitsprüfung“, die es ohne Probleme besteht.20.10.2023 Die Sonne scheint wieder und wir laufen nach Chipiona. Es ist eine richtig spanische Stadt am Meer, mit einem Leuchtturm und schönen Straßen. Mittagessen für uns gibt es in der Bar Rubio Marcario, voll und laut, mit guten Tapas und Getränken. Wir brauchten nur ein wenig „Eselsgeduld“, weil man hier eben eher ab 14 Uhr und nicht schon um halb eins Mittag isst. Den Rest des Tages verbringen wir am Wohnmobil. Manfred organisiert etwas mehr Speicherplatz für unsere Webseite, die ab sofort übrigens auch unter DaMaTours.net zu erreichen ist. 21.10.2023 Unsere kleine Radtour bringt uns nach Sanlúcar de Barrameda. Die lebhafte Stadt gefällt uns auch bei diesem zweiten Besuch (nach März 2022] sehr gut. Historisch sind von hier schon Magallan und Columbus auf Seereisen gestartet. Landschaftlich ist die Mündung des Guadalquivir mit breiten Stränden und Sandbänken sehr reizvoll. Eine schöne Fußgängerzone (mit Modellauto-Rennbahn), Kirchen, Markthalle und Restaurants mit sehr spanischem Essen ergänzen das. Wir probieren hier auch eine Tortilla de Camparones, eine Art Shrimp-Cracker. Zum Sonnenuntergang besuchen wir dann noch ein neues Lokal in der Nähe (Saam Club del Mar – Beachclub en Chipiona).22.10.2023 Heute ist es sehr stürmig, und es regnet heftig. Wir bleiben fast den ganzen Tag im wackelnden Wohnmobil. Manfred liest ein Buchgeschenk von den Kindern zu Ende und ist ganz begeistert („Der Astronaut“ von Andy Weir). Erst zum Sonnenuntergang wagen wir uns raus und gehen nochmal zu dem Strandlokal von gestern … drinnen sitzen nur an einem Tisch ein paar Spanier. Sie erklären uns, dass geschlossen ist, aber was wir denn trinken wollten. So werden wir zu Manzanilla und Kräuterlikör eingeladen und genießen das Schauspiel von Sturm und Sonnenuntergang hinter der großen Glasfront.23.10.2023 Luftlinie sind es nur gut 50 km nach El Rocío am Doñana Nationalpark, aber wir müssen fast 200 km fahren, um dorthin zu kommen. Der Wallfahrtsort hat eine hübsche Kirche und die Besonderheit, dass dort alle Straßen nur aus Sand bestehen. Ein bisschen Western-Flair verbreitet das. Wir fahren weiter durch den Nationalpark und stoppen am Parkplatz „Cuesta Maneli“, von wo ein Holzsteg über die Dünen zum Meer führt. Ein paar Kilometer weiter mieten wir uns dann auf dem Camping „Playa de Mazagón“ ein. Wir sind gefühlt die einzigen Gäste und bekommen einen Premiumplatz auf einem Fahrweg (damit wir nicht im Sand versinken). Ein Strandspaziergang, ein kleiner Einkauf und ein schöner Sonnenuntergang schließen den Tag ab.24.10.2023 Wir fahren heute etwa 250 km in die Extremadura nach Zafra. Die Extremadura heißt so, weil das Leben hier so hart ist, und Zafra ist das größte Safran-Anbaugebiet in Europa (Quatsch!). Von unserem pragmatisch-praktischen Stellplatz in Zafra sind es nur ein paar Minuten Fußweg in die Stadt. Es gibt eine schöne Einkaufsstraße und so viele Adelspaläste, dass auch schon mal einer samt Innenhof als Modeladen genutzt werden kann. Im Convento Santa Clara gibt es ein Museum und eine „Gebäckklappe“, aus der heraus die Nonnen das selbstgebackene Naschwerk verkaufen. Die Kirche Santa Maria de Candelaria beeindruckt mit einem riesigen Barock-Altar und einem verspielten Kreuzrippengewölbe. Und dann entdecken wir noch die schönste Apotheke Spaniens. Die Burg von Zafra wird heute als Hotel genutzt und bietet uns ein schönes Ambiente für einen „Absacker“.25.10.2023 Nach einer knappen Stunde Fahrt sind wir bereits in Mérida, der Hauptstadt der Extremadura. Mérida ist das spanische Rom, mit allem, was dazugehört: weltweit längste Brücke aus der Römerzeit (792 m), Diana-Tempel, Amphitheater, Teatro Romano, Aquädukt und vieles mehr. Beeindruckt hat uns auch das Museo Nacional de Arte Romano vom spanischen Architekten Rafael Moneo … eine wunderschöne Kunst-Basilika. Für unser Mittagessen finden wir ein wunderbares spanisches Lokal „Tábula Calda“. Die Verkabelung der Stadt im vietnamesischen Stil findet unsere Aufmerksamkeit, und auch die neue Puente Lusitania von Stararchitekt Santiago Calatrava würdigen wir durch eine kleine Begehung.26.10.2023 Am Morgen setzen wir uns erst einmal mit einer Versorgungsstation auf dem Stellplatz in Mérida auseinander. Die Bedienung dieser Dinger ist überall anders und gelegentlich auch eine Herausforderung. Dann fahren wir nur gut 40 km nach Montánchez auf den schön angelegten „Camperstop Alegría“. Es regnet heute heftig, und Dagmar zaubert uns erstmal ein Risotto. Am späten Nachmittag wagen wir uns in einer Regenpause auf einen Rundgang durch den Ort, der bei diesem Wetter etwas verlassen wirkt. Dennoch ist Montánchez vor allem für die Produktion von Schinken sehr bekannt. Oben auf der Burg bietet uns der „Balkon der Extremadura“ eine schöne Aussicht.27.10.2023 Vormittags lassen wir es ruhig angehen, weil das Wetter noch nicht so toll ist. Gegen 15 Uhr starten wir dann eine Wanderung hinunter nach Torre de Santa Maria und zu einer wohl 500 Jahre alten Eiche. Wir laufen einen steilen, steinigen Eselspfad durch diese alte Kulturlandschaft mit schöner Aussicht, vielen Olivenbäumen, Eichen, Steinmauern und natürlich Eseln. 28.10.2023 Nach etwa 40 km parken wir an der Arena von Tujillo. Wir besichtigen die mittelalterliche Stadt, besonders gefällt uns die Plaza Major. Eine Reiterstatue würdigt hier Francisco Pizarro, der Anfang des 16. Jahrhunderts das Reich der Inka eroberte, das heutige Peru. Sein Mitstreiter und Bruder Hernando durfte sich nach seiner Rückkehr hier am Platz sogar einen Palast bauen. Die Kirche San Martín dominiert den Platz und hat auch innen schöne Details. Erwähnt werden muss auch die Burg von Trujillo, die nicht zuletzt als Kulisse zur 7. Staffel von „Game of Thrones“ diente. Zum Abschluss unseres Rundgangs gönnen wir uns ein leckeres Essen im hiesigen Parador. Danach fahren wir noch 50 km weiter auf einen Campingplatz in Cáceres.29.10.2023 Wir machen mit dem Wohnmobil einen Ausflug nach Malpartida und besuchen dort das Museum Vostell sowie das Naturdenkmal Los Barruecos. Wolf Vostell (1932-1998) war ein deutscher Maler, Bildhauer und Aktionskünstler sowie ein Wegbereiter der Fluxus-Bewegung. Viele seiner Werke sind sozialkritisch, vor allem auch gegen Medien und Autonutzung. Sie sind dabei zwar oft einfallsreich und witzig, zeigen in der Summe aber ein recht negatives Weltbild. Das Museum ist eingebettet in die wunderschöne Landschaft mit vier Stauseen und den Granitfelsen der Barruecos. Bei unserem Rundgang sehen wir auch glückliche Esel und Kühe, die sich die Eicheln von den Bäumen holen. Wir geraten noch in einen kräftigen Schauer, bevor wir wieder zum Campingplatz zurückfahren.30.10.2023 Für 1,10 € pro Person fahren wir mit dem Bus ins Zentrum von Cáceres (ca. 100.000 Ew.). Wir gelangen zunächst auf die Plaza Major, wo wir uns einer Führung durch die Altstadt (Gotik und Renaissance) anschließen. Das durchgängig mittelalterliche Stadtbild gehört seit 1986 zum Weltkulturerbe und diente auch für „Game of Thrones“ als Kulisse. In einem der Innenhöfe bestaunen wir einen 200 Jahre alten Feigenbaum. Und die Kathedrale beeindruckt uns mit dem großen Ebenholzaltar und dem Aufgang zum Glockenturm. Bei viel Sonne, aber doch kaltem Wind zieht es uns dann in das Restaurant „La Cacharrería“, wo wir extrem leckere Tapas bekommen.31.10.2023 Wir machen uns auf den Weg nach Portugal. Nach gut 200 km machen wir einen Zwischenstopp in Jerez de los Caballeros, einem weiteren schönen Ort in der Extramadura. Unseren Rundgang durch enge Straßen mit erstaunlich viel Autoverkehr schließen wir im Restaurant „La Ermita“ ab, das in einer ehemaligen Kapelle eingerichtet wurde. Wegen des Straßenbelags waren die weiteren 80 km nach Portugal sehr aufrüttelnd. Total nett werden wir auf dem Stellplatz „cASAparticular Autocaravanas“ irgendwo im Nirgendwo des Alentejo begrüßt. Der Platz ist super liebevoll hergerichtet, aber leider eng und mit unserem Wohnmobil etwas stressig zu befahren. Und die zusätzliche Stunde Zeitumstellung verschafft uns nach dem Beginn der Winterzeit erstmal einen kleinen „Jetlag“.