29.9.2023: An diesem Freitag holen wir um 16 Uhr Hannah und Lasse in Mannheim mit dem Wohnmobil am Maimarkt ab, um gemeinsam nach Roeschwoog im Elsass zu fahren. Wegen des langen Wochenendes ist es sehr voll auf den Straßen, aber gegen 18 Uhr kommen wir fast zeitgleich mit Annika und Philipp an. Wir bekommen einen schönen Platz, die Kinder einen schönen Mini-Bungalow, und auf der Terrasse genießen wir das gemeinsame Abendessen. 30.9.2023 Der Tag beginnt nach dem gemeinsamen Frühstück mit einem Ausflug ins nahe Soufflenheim. Die Töpferstadt scheint nicht ganz Anschluss an die Entwicklungen im Design gehalten zu haben, aber der Wald in der Umgebung lädt zum Wandern ein, und Philipp lädt uns mit seiner neuen Drohne zum Foto-Shooting ein. Mit Miracoli am Wohnmobil und einem Bad im See geht der Nachmittag schnell vorbei. Zum Abendessen werden wir von den Kindern zum Flammkuchen-Essen eingeladen … es ist sehr lecker und im vollen Lokal sehr laut!1.10.2023 Ein gemeinsames Frühstück im Wohnmobil ist leider schon der Abschluss unserer Zeit mit den Kindern … wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Treffen! Gegen 12 Uhr brechen wir Alten auf in Richtung Spanien … erstmal zurück nach Deutschland auf die A5, dann dieses Mal über die Schweiz (Basel, Bern, Genf) wieder nach Frankreich. In Aix-les-Bains beziehen wir nach fast 500 km um 18 Uhr einen heute Nachmittag vorreservierten Stellplatz. Die Promenade am Lac du Bourget und der Sonnenuntergang bieten uns noch schöne Fotomotive.2.10.2023 Wir fahren 400 km weiter nach Méze. Hier waren wir im März 2022 schon einmal. Die kleine Stadt mit ihrem beschaulichen Hafen gefällt uns wieder sehr gut. Wir machen eine Wanderung zum Museum einer römischen Villa und bestaunen dort die Mosaike. Weiter geht es zu einem Aussichtspunkt über den Étang de Thau mit den vielen Austernbänken. Ein leckerer Imbiss am Hafen schließt den schönen Tag ab.3.10.2023 Gut 200 km bringen uns nach Spanien. Wir haben einen betagten Campingplatz in Olot ausgewählt und fahren von dort mit dem Fahrrad nach Castellfollit de la Rocca. Dieser Ort liegt wagemutig auf einem großen Basaltfelsen in diesem Vulkangebiet. Ansonsten ist in dem katalanischen Ort aber nicht viel los … Wir besuchen noch den Hausvulkan und den Ortskern von Olot und dann die Bar am Campingplatz. Beim Bestellen von Cerveza und Patatas Bravas wird klar, dass Manfreds frisch erworbene Spanischkenntnisse hier in Katalonien nur bedingt helfen.4.10.2023 Heute radeln wir einen Via Verde, die „Ruta del Carrilet“ ab Olot, und wir schaffen etwa den halben Weg Richtung Girona. Die alte Bahntrasse ist zwar ziemlich staubig, aber macht uns viel Spaß. An einem ehemaligen Bahnhof stärken wir uns mit einer leckeren “Plat del Dia“: Calamares, Pommes, Salat, Bier und wahlweise Kaffee oder Cheese Cake … sehr lecker und mit 11 € pro Person sehr günstig! Zurück auf dem Campingplatz bekommen unsere Räder noch eine dringend nötige Grundreinigung, und Dagmar bandelt mit einer Katze an.5.10.2023 Nur gut eine Stunde Fahrt ist es nach Gironella, wo wir einen kostenlosen, sehr guten Stellplatz finden. Wir machen uns gleich auf, um den Via Verde del Llobregat zu fahren. Der ist zwar recht kurz, hat aber mit Tunneln, alten Brücken und dem schönen Fluss Llobregat viel zu bieten. Am Ende des Wegs stehen Portugiesen, die dort offensichtlich ihr WoMo-Dasein genießen. Auf dem Rückweg gibt es dann leider ein unerwartetes Problem: Die Gangschaltung am Hinterrad von Dagmars Fahrrad ist abgerissen, auch die Kette ist kaputt. Wir schieben tapfer eine gute Stunde den Berg hinauf zu einem Fahrradladen in Berga. Und beim „Velo Berga“ wird uns in nicht einmal einer halben Stunde perfekt geholfen … der Monteur ist unser Held des Tages! Entspannt radeln wir über staubige Nebenstraßen zurück nach Gironella, wo wir dann doch etwas erschöpft ein Bier genießen.Caesar AugustaBasilica de Nuestra Señora del PilarFrancisco de Goya y Lucientes (1746-1828)Goya, 1814: El Dos de Mayo de 1808 en MadridEine Radierung von GoyaPalacio dela Aljafería6.10.2023 Nach 300 km Fahrt erreichen wir den städtischen Wohnmobilstellplatz in Zaragoza (nicht schön, aber für eine Nacht in Ordnung). Mit der Tram fahren wir gegen 15 Uhr in die Stadt, wo uns Caesar Augusta begrüßt, unter dem die Stadt zwischen 24 und 12 v. Chr. gegründet wurde. Wir besichtigen die Basílica del Pilar, eine große Barockkirche, die dort errichtet wurde, wo dem Apostel Jakobus d.Ä. im Jahr 40 n. Chr. die Jungfrau Maria auf einer Säule erschienen sein soll. Das Museum Goya hielt für uns einige seiner Gemälde und viele seiner Radierungen bereit. Und nach einer Pause besuchten wir schließlich noch den Palacio de la Aljafería aus dem 11. Jh., in dem heute das Parlament der spanischen Region Aragón (autonom, selbstverständlich) seinen Sitz hat.7.10.2023 Fast 400 km reisen wir durch die Mitte Spaniens (und an Madrid vorbei). Nach so viel Fahrerei wollen wir nun in Toledo mehrere Tage bleiben, und wir finden dafür einen schönen Campingplatz, benannt nach dem Künstler El Greco. Das Restaurant am Platz bietet eine wunderbare Aussicht auf die Altstadt und zwar sehr gut aussehendes, aber doch nicht ganz perfektes Essen.El Greco, 1573: Cristo CruzificadoEl Greco, 1610-14: Vista y Plan de ToledoDetailProzessionsfiguren im Kreuzgang der Kathedrale 8.10.2023 Wir laufen eine gute halbe Stunde in die Altstadt, vorbei an der Puente de San Martin aus dem 14. Jh. Toledo ist UNESCO-Welterbe und mit Abstand die größte und am besten erhaltene Altstadt, die wir bisher gesehen haben! Nach dem Mittagessen stoßen wir auf eine Marien-Prozession mit Blasmusik und besuchen dann das Museum El Greco. Dieser Künstler aus dem 16. Jh. fasziniert durch seine teilweise fast expressionistische Malerei und scheint irgendwie aus der Zeit gefallen. Bis es dann zur gebuchten Führung durch die Kathedrale von Toledo geht, sehen wir noch viele schöne Details in der Stadt, auch interessante Leuchten. Die Kathedrale zeigt sich dann als riesengroße Schatzkiste, mit Werken von El Greco, Tizian, Caravaggio … Beeindruckt und erschöpft laufen wir am frühen Abend zurück zum Campingplatz.9.10.2023 Heute ist Ruhetag am Wohnmobil. Es wird ein bisschen geputzt, gewaschen, Wasser aufgefüllt … Manfred tauscht ein Scharnier am Kopfteil seines Bettes aus und schreibt an diesem Blog. Und Dagmar bereitet leckere Patatas Bravas … es geht uns gut!10.10.2023 Wir fahren von Toledo eine Stunde, um Consuegra zu erreichen. Hier gibt es riesige Olivenheine und Safran-Anbau. Vor allem aber gibt es hier die berühmtesten Windmühlen der Literaturgeschichte, gegen die Don Quichote de la Mancha eher weniger erfolgreich kämpfte. Anschließend fahren wir noch knapp 200 km weiter nach Úbeda, das Teil der Region um Jaén ist. Aus dieser Region kommt die Hälfte des spanischen Olivenöls und ein Viertel der weltweiten Produktion. Úbeda ist mit seinen Renaissance-Palästen Weltkulturerbe und begeistert vor allem mit der Kapelle San Salvador. Auch die Reste einer Synagoge aus dem 14. Jh. können wir uns in der Altstadt anschauen.11.10.2023 Es geht 150 km weiter nach Córdoba. Unser etwas schräg geratener Stellplatz liegt nur 2 min von der Altstadt entfernt. Wir besichtigen einige der sehr schönen Innenhöfe, für die Córdoba berühmt ist. Beim Mittagessen in eienm solchen Patio stoßen wir dankbar auf Manfreds 2. Geburtstag am 11.10.2010 an. Durch die schöne und weitläufige Altstadt laufen wir vorbei an einem römischen Tempel zum Palacio de Viana mit noch mehr Innenhöfen. Letztes Highlight dieses heißen Tages ist die Puente Romano.12.10.2023 Heute ist in Spanien Nationalfeiertag, und in Córdoba ist viel los! Wir haben für mittags eine Führung durch das jüdische Viertel und die Mezquita Cathedral de Córdoba gebucht. Diese Moschee-Kathedrale ist eines der schönsten und bedeutendsten Bauwerke Spaniens. Sie ist riesengroß und von einzigartiger Gestaltung, ein herrlicher Mix aus islamischer und christlicher Baukunst. Mit uns waren viele, viele Menschen in der Kathedrale, aber von der Gesamtkapazität von 40.000 Personen waren wir doch noch deutlich entfernt. Im Anschluss an dieses Highlight ergattern wir noch einen Tisch in einem Restaurant, und ein kleiner Bummel bei über 30 Graddurch die Altstadt schließt den Besuch dieser schönen Stadt für uns ab.13.10.2023 Es sind nur 150 km bis zu unserem vorgebuchten Campingplatz „La Rosaleda“ in Conil. Wir bekommen einen sehr großen und schönen Stellplatz, bei dem wir aber mit Schnüren erstmal die Bäume etwas „dressieren“ müssen, damit für unser WoMo alles passt. Am späten Nachmittag haben wir dann Besuch von Gesine und Yves-Laurent (sind hier auf Urlaub) sowie Ulrike und Ulrich (sind hier Residentes). Nach erstem Austausch geht es (gut 10 min mit dem Rad) zum Abendessen in das Strandlokal „El Huerto“, wo wir mit leckerem Fisch und auch bestem Thunfisch verwöhnt werden.14.10.2023 Heute ist ein Strandtag. Wir pendeln mit dem Rad vom Campingplatz zum Domizil von Ulrike und Ulrich, das sehr schön mitten in Conil liegt. Von dort geht es dann zu Fuß bei perfektem Wetter zu sechst den riesigen Sandstrand entlang. Wir genießen zwischendurch ein Bad in den Wellen, und nach etwa 6 km gibt es beim Torre 2 etwas zu trinken, danach geht es mit nochmaligem Wellenbad auf den Rückweg … nach reichlich Sonnenbestrahlung und viel Meersalz ist es dann Zeit für eine Grundreinigung auf dem Campingplatz. Das Abendprogramm ist heute ein sehr leckeres Essen bei Ulrike und Ulrich, und wir lernen dort auch Ronja, die weitgereiste Hauskatze, kennen. In milder Abendluft radeln wir recht spät zurück zu unserem WoMo.15.10.2023 Wir verbringen den Tag wieder mit den Freunden in Conil und entdecken dort viele schöne Details … und gebadet wird auch nochmal. Nach dem langen Feiertagswochenende geht hier nun offensichtlich die Saison zu Ende. Viele Restaurants und Geschäfte schließen. Wir bekommen am Abend in einem Lokal am Torre de Guzmán trotzdem noch etwas zu essen und lernen danach noch eine schöne kleine Bar kennen.16.10.2023 Unsere Radtour nach Vejer de la Frontera mit Google-Routing gerät erstmal recht abenteuerlich. Sandige, steile Wege, Stacheldraht und Hunde machen deutlich, dass Radfahrer hier noch nicht erwartet werden. Das „weiße Dorf“ Vejer ist sehr schön, auch die Plaza de España mit dem Brunnen. Wir haben auf mehrfache Empfehlung hin einen Tisch im Restaurant „Jardin de la Califa“ reserviert und genießen unser Essen dort sehr! Nach kurzer weiterer Besichtigung von Vejer radeln wir auf steilem Weg bergab in Richtung Barbate, wo wir dann auf den Luxus-Fahrrad-Highway EuroVelo 8 stoßen. Der führt uns vorbei am Faro de Trafalgar (die Seeschlacht hier im Oktober 1805 gab dem Trafalgar Square in London den Namen) zügig über die letzten 25 km wieder zurück nach Conil.17.10.2023 Am Vormittag frischen wir erstmal unsere Systeme am Wohnmobil auf. Danach fahren wir per Fahrrad zum gut sortierten Supermarkt „Mercadona“. Das Angebot, unter anderem mit vorgekochter Paella, unterscheidet sich doch von dem zuhause, und es ist richtig interessant, sich das anzusehen. Gut beladen geht es zurück zum Campingplatz, der uns übrigens sehr gut gefällt und sogar eine internationale Bibliothek aufweist. Am Nachmittag wird dann die WoMo-Küche etwas strapaziert, ansonsten schaffen wir heute nicht viel. Abends skypen wir noch mit unserem Geburtstagskind Philipp und freuen uns, dabei die ganze Familie zu sehen.