01.11.2021 Wir verlassen den Pinienwald bei Nazaré und machen einen Zwischenstopp in Óbidos. Die mittelalterliche Stadt mit vollständig intakter Stadtmauer, Burganlage, Azulejos-Kirche und einem Aquädukt aus dem 16. Jh. ist ein Touristenmagnet. Unsere heutige Fahrt endet wieder im Pinienwald: Campingplatz Orbitur Guincho in Cascais, nicht weit vom Meer.02.11.2021 Der Tag der Paläste: Wir besichtigen den Palácio Nacional de Sintra mit sehr schönen Details und Fliesen, dann Quinta da Regaleira mit dem wunderbar verspielten Garten und dem Turm nach unten und schließlich den für Kunsthistorikerinnen etwas befremdlichen Palácio National da Pena. Wir sind erschöpft!03.11.2021 Über die Ponte 25 de Abril und mit Blick auf die Statue Cristo Rei queren wir den Tejo, um dann vorbei an vielen Storchennestern gut 100 km östlich nach Évora zu fahren. Schon kurz nach Beginn unserer Stadterkundung haben wir Hunger und folgen einem Tipp aus dem Reiseführer. Die von außen unscheinbare Taberna Tipica Quinta-feira überrascht uns mit köstlichen portugiesischen Spezialitäten. Nach diesem Genuss wird die weitere Stadtbesichtigung erstmal auf morgen verschoben.04.11.2021 Nach Nutzung der erfreulich sauberen Waschmaschine des Campingplatzes und etwas WoMo-Pflege setzen wir die Besichtigung von Évora fort. Der Kathedrale aus dem 13. Jh. dürfen wir aufs Dach steigen, und der Kreuzgang des zugehörigen Klosters gefällt uns genauso wie das Museum. Weitere Highlights aus der Zeit der Römer sind der Tempel aus dem 1. Jh. und das im Ort voll in die Bebauung integrierte Aquädukt.05.11.2021 Am Morgen bekommen wir endlich eine passende Gasflasche, zwar Butan statt Propan, aber das fackelt auch solange wir keinen Frost haben. Anschließend steuern wir (20 km westlich von Évora) Almendres an, ein sehr beeindruckendes Steinoval aus der Jungsteinzeit. Bei der Anfahrt wechseln wir für die letzten Kilometer lieber aufs Fahrrad. Und wir bewundern die Korkeichen, die jeweils mit einer Nummer für das Jahr der letzten Schälung versehen sind. Unsere Fahrt geht dann nach Süden durch die von Oliven und Wein geprägte Kulturlandschaft des Alentejo. Unser Ziel ist ein Stellplatz am Fluss Guadiana unterhalb der Stadt Mértola.06.11.2021 Von unserem Stellplatz aus erklimmen wir die Stadt Mértola mit ihrer von Römern und Mauren geprägten Geschichte: enge Gassen, Ausgrabungsstätten und eine über allem thronende Burg. Das gegrillte Huhn zum heutigen Essen wird durch leckere Vorspeisen und üppigen Nachtisch verfeinert.07.11.2021 Vom nachts recht kühlen Mértola (3 Grad!) fahren wir über holprige Eukalyptus-Alleen durch das weite Alentejo. In Almodôvar beeindruckt uns die Statue im Kreisverkehr. Schließlich kommen wir an der wohl vertrauten, deutlich wärmeren Algarve in Armação de Pêra an und finden einen schönen Stellplatz im Algarve Camping Car Park – bei 19 Grad und Sonne lässt es sich aushalten. Später dann noch ein frohes Wiedersehen und ein wunderbarer Abend mit Birgit und Chris.08.11.2021 Ein sehr schöner Sonnentag an der Algarve: Zum Mittag Frango Piri-Piri, Strandspaziergang, ein kleines Tor, das seit 25 Jahren genau so aussieht, der Ort des Geschehens vor gut 11 Jahren und ein heutiger Glücksfund: eine Beijinho-Muschel.09.11.2021 Die Sonne verwöhnt uns auch heute! Wir werden sesshaft, machen Reparaturen (ein Türscharnier war defekt) und holen sogar unseren Kleinwagen mal aus der Heckgarage (nee, hier vor Ort gemietet). Wir nutzen ihn heute erstmal zum Großeinkauf.10.11.2021 Wir genießen einen wunderbaren Spaziergang an der Abbruchkante, den „Weg der sieben hängenden Täler“ bei Carvoeiro. Sehr typisch für die Region sind auch die Keramikarbeiten.11.11.2021 Ein weiterer Sonnentag. Heute verlassen wir den Stellplatz gar nicht, sondern kümmern uns um die Wasservorräte im Wohnmobil und bestaunen die liebevolle Gestaltung des Platzes durch die beiden französischen Betreiberinnen. Anschließend freuen wir uns über den Besuch von Birgit und Chris.12.11.2021 Wir freuen uns sehr darüber, dass in Boliqueime an einer LPG-Tankstelle unsere deutsche Gasflasche aufgefüllt wird! Den Ausflug nutzen wir, um einmal wieder St. Lorenzo in Almancil anzusehen, ein barockes Kleinod und die schönste Azulejo-Kirche Portugals! Es folgen noch ein Einkauf in einem holländischen Supermarkt und ein Besuch unseres „Chicken Piri-Piri“-Lieblingsrestaurants Ribeirinho, bevor wir dann den sonnigen Nachmittag am Wohnmobil genießen.1977202113.11.2021 Am Samstag ist Markt in Armação, und wir decken uns mit Käse, Tomaten, Avocados und Mangas ein. Am Nachmittag besuchen wir den Leuchtturm bei Ferragudo, Farol da Ponta do Altar. Manfred hatte 1977 (!) eine Aufnahme davon gemacht, die wir sehr gut nachstellen können.14.11.2021 Wir genießen das typische Novemberwetter (22 Grad, 9,4 Sonnenstunden) am Wohnmobil, erkunden die Natur im Hinterland unseres Stellplatzes und kommunizieren ausgiebig mit Familie und Freunden.15.11.2021 Mit dem geliehenen VW up! fahren wir über die N125 nach Sagres. Auch hier gibt es sehr schöne Buchten, aber Steilküste und Wellen sind viel höher als bei Armação. Der Ort Sagres selbst ist vergleichsweise unspektakulär. Wir essen am Hafen, besichtigen die Festung (Fortaleza de Sagres) und fahren dann zur Südwestspitze des europäischen Festlands, dem Cabo de São Vicente. Auf dem Heimweg machen wir noch Halt an einer Pottery und kommen erst im Dunkeln wieder am Wohnmobil an. Die Tage sind zu kurz!16.11.2021 Ein Sonnentag an der Algarve: Mittagessen mit Birgit und Chris, dann ein Strandspaziergang. Die Belegung des Strandes in der Bucht soll von einer Lichtsignalanlage geregelt werden … ein bemerkenswerter, netter Versuch! Manfred zeigt sich hoch motiviert und stürzt sich in die Fluten. Für Mitte November ist es durchaus erträglich.17.11.2021 Unseren Ausflug nach Faro beginnen wir im Naturschutzgebiet Ria Formosa unmittelbar am Flughafen. Auf unserer Runde über den Ludo Walk sehen wir nicht nur Salinen, sondern vor allem Flamingos, Störche und sogar Kormorane. Nach dem Mittagessen mit Blick aufs Wasser (Foto: Manfreds Thunfischsteak) besichtigten wir die Altstadt von Faro. An der Kathedrale gefallen uns der Glockenturm und die Aussicht von dort, am Bischofssitz die tollen Azulejos.18.11.2021 Nach Mietwagenrückgabe und Service am Wohnmobil gönnen wir uns ein sehr schönes, gutes Mittagessen im Strand-Restaurant Sardinha Assada. Unter sachkundiger Leitung von Dagmar stellen wir fest, dass hier auch im November viele Pflanzen blühen. Wetter und Corona-Nachrichten aus der Heimat motivieren uns noch wenig zur Rückkehr. Dennoch werden wir uns am Wochenende nach Spanien aufmachen.19.11.2021 An unserem letzten Tag an der Algarve laufen wir zur Kapelle Ermida de Nossa Senhora da Rocha, die auf einer kleinen Felsnase am Meer liegt. Die Schlüssel für die zahlreichen Liebesschlösser an mehreren Fenstern dürften auf dem Meeresgrund liegen. Auf dem Rückweg machen wir nochmal ein Foto von unserem charmanten Stellplatz, auf dem wir uns zwei Wochen sehr wohlgefühlt haben. Ab morgen geht es langsam wieder in Richtung Deutschland, denn wir haben Mitte Dezember einen Termin zur Booster-Impfung bekommen.20.11.2021 Über die Puente International del Guadiana erreichen wir Spanien. Wir fahren bei Huelva etwa 60 km ins Inland nach Minas de Riotinto, ein Städtchen, das von einem der ältesten Bergbaugebiete der Welt umgeben ist. Namensgeber der Region ist der Rio Tinto, der vom Eisen und Kupfer rot gefärbt ist. Seit 5000 Jahren wird hier Bergbau betrieben, und die Römer waren auch da. Im Konvoi fahren wir an den Tagebau Corta Atalaya heran und bestaunen das Farbenspiel in dieser geschundenen Landschaft.21.11.2021 Wir erfassen ansatzweise, wie groß diese Bergbauregion ist. Mit dem Touristen-Zug fahren wir mit zwiespältigem Gefühl am Rio Tinto entlang, zwischen einerseits Erschrecken über das Ausmaß der Jahrtausende andauernden Naturausbeutung ohne jedes Bemühen zur Renaturierung und andererseits Faszination über das Farbspektakel und die Bilder, die sich uns bieten. Sorry für die vielen Fotos! Am Nachmittag fahren wir zurück nach Huelva auf einen Campingplatz der anderen Art. Wir genießen noch ein paar Sonnenstrahlen am Strand.22.11.2021 Eigentlich wollen wir mit dem Fahrrad durchs Marschland ins etwa 20 km entfernte Huelva fahren. Doch der von uns schon hoch gelobte Radweg endet unerwartet 3 km vor der Stadt an einer gesperrten Brücke. Die gemäß Google alternative Radroute hat nochmal 20 km pro Richtung zusätzlich. Wir verzichten und fahren statt dessen zurück und einen anderen schönen Radweg weiter an der Küste entlang nach Punta Umbria. Am Nachmittag leistet uns auch die Sonne wieder Gesellschaft.23.11.2021 Bei Huelva besichtigen wir die Muelle da las Carabelas, (Nachbauten der Schiffe von Columbus) und die interessante Ausstellung dazu. Dann fahren wir gut 200 km nach El Puerto de Santa Maria bei Cádiz. Die Kirche dort (Iglesia Mayor Prioral) wirkt sehr morbide, aber sie gefällt uns und den Störchen sehr gut. Nach kurzem Strandbesuch genehmigen wir uns noch einen Snack im Restaurant des Campingplatzes … es ist aber recht kühl, und es treibt uns ins warme Wohnmobil.24.11.2021 Unser Ausflug nach Càdiz beginnt mit der Besichtigung der Kathedrale. Der Ausblick vom Glockenturm ist grandios! Cádiz ist eine der ältesten Städte Europas und vom Wasser umgeben. Es gibt eine verwinkelte Altstadt und eine lebhafte Markthalle, in der wir ein paar Tapas genießen. Nach unserer Endeckungstour stärken wir uns dann auch noch mit etwas Süßem, Dagmar findet die spanische Schwarzwälderkirschtorte (Selva Nera) sehr gelungen. Noch bei Sonnenschein geht es dann mit dem Schiff zurück nach El Puerto.25.11.2021 Wir besichtigen das Stammhaus von Osborne in El Puerto de Santa Maria: Ein wunderbarer Innenhof, alte Fässer und sehr gute Erklärungen zum Herstellungsprozess der verschiedenen Sherry-Sorten (Fino, Oloroso, Ximenez und verschiedene Mischungen), die wir dann auch probieren dürfen. Nach umfangreichem Einkauf im Shop und pikantem, aber gewöhnungsbedürftigem Essen fahren wir weiter, lassen Gibraltar rechts liegen und finden 25 km nördlich einen Stellplatz am Mittelmeer.26.11.2021 Unser Versuch einer Radtour wird durch mangelnde Infrastruktur ausgebremst. Wir fahren dennoch ein paar Kilometer auf Strandpromenaden und machen Rast an einem Hafenbecken (Puerto Deportivo De La Duquesa). Außer Strand und vielen Restaurants gibt es hier nicht viel zu sehen, und wir fahren morgen weiter.27.11.2021 Auf dem Weg nach Osten schlängelt sich die Autobahn an den Bergen die Küste entlang. Unser geplantes Ziel Malaga streichen wir, weil (erstmals auf unserer Tour) der Stellplatz voll belegt ist. Es geht dann über insgesamt 270 km auf den Campingplatz Mar Azul bei Balerma, wo wir ein paar Tage bleiben wollen. Die ganze Region ist durch Folienzelte geprägt, es ist ein Hauptanbaugebiet für Obst und Gemüse. Bei der Fahrt haben wir schon mit Seitenwind zu kämpfen, und das Meer ist sehr aufgewühlt.28.11.2021 Nach sehr stürmischer Nacht begrüßt uns der 1. Advent mit Schnee in den Bergen, aber doch mit sonnigen 17 Grad … warm genug zum Mittagessen draußen. Der nahe Ort Balerma gefällt uns gar nicht, aber auf unserem Campingplatz gibt es viel zu sehen!29.11.2021 Unsere kleine Radtour führt uns ins 10 km entfernte Almerimar. Der Ort hat einen hübschen Hafen mit Leuchtturm und vielen Restaurants. Wir essen dort, kaufen dann für die nächsten Tage ein und fahren zurück. Gegen 16 Uhr verschieben wir unsere Stühle auf die Gass‘, um dort die letzten Sonnenstrahlen für heute zu genießen.30.11.2021 An unserem letzten Tag auf dem Campingplatz Mar Azul gibt es mittags das bewährte „Hühnchen nach Art des betrunkenen Jägers“. Beim Strandspaziergang am Nachmittag erhaschen wir einen Blick auf die Paprika-Pflanzen in einem Folien-Gewächshaus.