16.3.2025 Um 9 h starten wir unsere Fahrt von Tafraout nach Amtoudi. Nach 40 km ist plötzlich die Straße wegen eines Felsrutsches gesperrt. Nach einiger Konsultation mit Mitreisenden und Reiseleitung nehmen wir dann den Umweg über Tiznit, und so werden aus den eigentlich 138 km nun 202 km Fahrt. Nach gut 4 Stunden schönem Landschaftskino kommen wir im Berberdorf Amtoudi an. Während Manfred sich von der Fahrt erholt, startet Dagmar gleich nach der Ankunft in eine dreistündige staubige Wanderung durch eine spektakuläre Canyon-Landschaft und zu den Quellen, die diese ansonsten karge Umgebung etwas fruchtbar machen.17.3.2025 Ab 9:30 h ist Cardio-Training angesagt: Wir steigen hinauf zur 200 m über uns liegenden Speicherburg, in der bis in die 1950er Jahre hinein Berberfamilien aus der Umgebung ihr Hab und Gut sicher einlagern konnten. Nach dem Mittagessen fahren wir etwa 60 km zum südlichsten Punkt unserer Reise. Die Wohnmobile unserer Gruppe treffen sich in einem ausgetrockneten Flussbett, um gemeinsam auf den Übernachtungsplatz beim Dorf Imi Ouzlag zu rollen. Der Reiseveranstalter hat dort den Besuch von Hassan organisiert, in dessen Haus wir mit einem Tee und einigen Leckereien begrüßt werden. Die Einfachheit des Hauses und seiner Ausstattung machen die Situation der Berber hier sehr deutlich. Dagmar lässt sich von Hassans Nachbarin ein hübsches Henna-Tatoo auf den Arm malen, während Manfred die LNB der Sat-Schüssel um 23 Grad verdreht, damit wir mal wieder Astra empfangen und Nachrichten schauen können. Es folgt ein Rundgang durch den Oasengarten der 50-köpfigen Dorfgemeinschaft und dann ein leckeres Abendessen mit Couscous im Haus von Hassan.18.3.2025 Der erste Teil der Strecke ins knapp 200 km entfernte Tata ist etwas holprig, aber dann können wir zügig durch die weite, menschenleere Landschaft fahren. Dromedar-Warnschilder haben hier wohl ihre Berechtigung, und Manfred staunt über den bei Tata kilometerlang angelegten Radweg. Wir kommen mittags auf dem komfortablen Stellplatz „Palmier“ an. Es ist Halbzeit unserer Tour und ein bisschen Putzen angesagt. Abends feiern wir das Bergfest in der Gruppe. Das Fleisch auf dem Grill besorgt der Veranstalter, und jeder bringt etwas fürs Beilagenbuffet mit. Wir sind bis hierher mit unserer Tour sehr zufrieden und freuen uns auf die zweite Hälfte der Reise!19.3.2025 Es geht wieder über sehr gute Nationalstraßen ins 140 km entfernte Foum Zguid (Camping Khayma). Wir machen unterwegs Halt an einem Fluss, der einen tiefen Canyon gebildet hat. Den Nachmittag verbringen wir unter Palmen am Wohnmobil, abends gibt es noch ein Tajine-Essen.Foto: Gerd K.20.3.2025 Wir fahren morgens auf guten Straßen weiter durch weite Landschaft … über 100 km gibt es hier keine einzige Ortschaft. In Tamegroute führt uns Abdul durch den sehr ärmlichen Ort, zu einer alten Bibliothek und in eine Töpferei, die noch immer nach einfachsten Methoden arbeitet. Geschäfte bieten die vielfältigen Produkte an, die aber durchweg recht grob und wenig sorgfältig bearbeitet sind. Nach nochmal einer Stunde Fahrt fahren wir kurz vor Mhamid mit der ganzen Reisegruppe in die Sandwüste. Zunächst fegt uns der starke Wind den Sand durch alle Ritzen ins Wohnmobil. Später lässt der Wind zum Glück nach, und wir können die Wüste und den Sternenhimmel an einem Lagerfeuer und mit moderner Berbermusik rundherum genießen!
21.3.2025 Am Morgen ziehen wir von unserem Wüstenlager um auf den nahe gelegenen Campingplatz „Auberge El Khaima“ in Mhamid, wo wir sogar einen roten Teppich vors Wohnmobil gelegt bekommen. Um 10 h startet eine Jeep-Tour (genau genommen eine Toyota-Tour) in die Wüste bei Mhamid el Ghizlane. Wir werden in der endlosen Landschaft insgesamt mehr als 100 km durchgerüttelt und besuchen einige Nomaden. Diese sind auf unseren Besuch bestens vorbereitet. Sie verkaufen Souvenirs, bieten Tee an und zeigen uns ihre interessante Art, mit einfachsten Mitteln Brot zu backen. An den größeren Sanddünen, die wir mittags erreichen, ist alles für ein gutes Essen bereit, und auf dem Rückweg lassen sich dann auch noch die Dromedare bereitwillig fotografieren. Leicht erschöpft und verstaubt vom Tourismusprogramm sind wir gegen 17 h zurück auf dem Campingplatz.22.3.2025 Vormittags fahren wir auf guten Straßen und durch beeindruckende Landschaften knapp 200 km nach Agdz. Dabei führt uns die zweite Hälfte des Weges durch das schöne Draa-Tal mit seinen vielen Dattel-Palmen und kargen Bergen. Wir verbringen auf dem Campingplatz „Maison Tensift“ (mit Oasengarten) einen ruhigen Nachmittag. Nach der Reisebesprechung am frühen Abend gibt es im Restaurant des Platzes eine leckere Tajine, dieses Mal mit Hackfleischbällchen. Manfred überredet noch einen marokkanischen Bediensteten dazu, uns eine Flasche Weißwein zu besorgen … der Preis war allerdings mit „Ramadan-Zuschlag“ recht hoch. Den kostbaren Tropfen genießen wir zu sechst diskret in unserem Wohnmobil.„Buttered Camel with Biryani“„Nougat Frozen Candied Fruit Almond“23.3.2025 Insgesamt fahren wir heute 150 km durch die Berglandschaft. In Taznakht machen wir Halt, um etwas über die Teppichproduktion in Marokko zu erfahren … natürlich inklusive Kaufgelegenheit (die wir aber nicht nutzen). Mit schönen Blicken auf die schneebedeckten Berge des Hohen Atlas geht es anschließend weiter nach Ait Ben Haddou, wo wir bei starkem Wind Quartier auf einem einfachen Stellplatz beziehen. Am Nachmittag besichtigen wir das hiesige Lehmdorf, das als Unesco-Weltkulturerbe ein touristischer Hotspot in Marokko ist. Der Wind mausert sich zum Sturm, der Sandwolken durch die Landschaft treibt und unsere Besichtigung etwas ungemütlich macht. Den stürmischen Abend verbringen wir in der inzwischen etablierten Sechserrunde (mit Angelika, Andreas, Sigrid und Gerd) im Restaurant „Tanmirt“, wo wir das bisher mit Abstand beste Essen dieser Reise bekommen!24.3.2025 Parallel zur schneebedeckten Bergkette des Hohen Atlas fahren wir 160 km in die Dades-Schlucht, vorbei an kunstvoll beladenen Lkw und Minaretten mit Storchennestern. In der beeindruckenden Schlucht gibt es viele Hotels und Campingplätze, und unsere Gruppe bekommt ein Quartier am „Hotel Majorel“ mit bester Aussicht. Am Nachmittag wandern wir durch die wunderbar grüne Talsohle und erkunden den Canyon eines trockenen Nebenarms des Dades. Vom Wohnmobil aus haben wir einen wunderbaren Blick auf die sonnenbeschienenen Berge. Es wird ein schöner Abend bei unseren Nachbarn, deren Weinvorräte unerschöpflich sind. Das alles wird nur getrübt dadurch, dass Dagmar beim Zurückgehen einen der vorm Nachbar-WoMo abgestellten Schuhe vermisst …25.3.2025 In der Nacht ist es windig und kalt (wir sind auf 1670 m Höhe), es regnet und gewittert sogar. Am Morgen scheint dann aber wieder die Sonne, und Dagmar kann auch gleich den Schuhklau-Übeltäter samt seiner Beute stellen. Wir beschließen, für die weitere Erkundung der Dades-Schlucht unser Wohnmobil zu schonen und stattdessen mit den eBikes zu fahren. Bei mäßigem Autoverkehr radeln wir auch die wunderbaren Serpentinen hinauf und genießen die Aussicht. Noch etwas weiter im Tal (nach 16 km) erreichen wir die engste Stelle, an der sich größere Fahrzeuge aneinander vorbei mühen. Auf dem Rückweg genießen wir marokkanischen Pfefferminztee und bekommen auch eine Tajine mit Gemüse und Ei als spätes Frühstück. Zurück am Wohnmobil geht es dann nur gut 70 km weiter in die Todra-Schlucht, wo unsere Gruppe einmal mehr auf dem „Auberge Camping Atlas“ unter Palmen steht.26.3.2025 Heute ist „Ruhetag“, und wir fahren nicht weiter. Der Pool des Stellplatzes wirkt in der Sonne zwar verlockend, aber es sind trotzdem nur 15 Grad Lufttemperatur. Nach umfassender Abwägung verzichten wir auf das kühle Bad. Stattdessen queren wir zu Fuß das Flüsschen Todra, um dort den Oasengarten mit seinen Wasserrinnen, Dattelpalmen und etwas Landwirtschaft zu erkunden. Nachmittags machen wir noch eine kleine Radtour. Nur gut 5 km entfernt befindet sich die bekannte Engstelle der Todra-Schlucht mit bis zu 300 m hohen Steilwänden … ein Paradies für Kletterer.27.3.2025 Bereits um halb neun starten wir unsere Fahrt über gut 200 km in Richtung Erg Chebbi. Erster Halt ist das Berber-Museum in Tinejdad, wo wir viel über die Berber-Kultur erfahren. Dort gibt es auch Erklärungen zu den Khettaras, die wir uns beim zweiten Stopp ansehen. Es sind unterirdische Wasserkanäle, mit denen die Grundwasserschicht „angezapft“ wurde und dann das Wasser mit geringem Gefälle in Richtung einer Talsohle bis zur Oberfläche geleitet wurde. „Maulwurfshügel“ an der Oberfläche lassen den Verlauf gut erkennen. Nach einer Wüstenpizza und einem Dattel-Großeinkauf in Rissani fahren wir (ausnahmsweise im Konvoi) zum Hotel „Nomad Palace“ in Merzouga. Wir sind dort nah an den Sanddünen und lassen uns auf einen Dromedarritt ein. Mit sanftem Geschaukel geht es in die Dünen, um dort den Sonnenuntergang zu beobachten. Auch wenn das hier alles sehr „touristifiziert“ ist: Wir haben viel Spaß, und es ist ein schönes Erlebnis!28.3.2025 Auf dem Weg über gut 200 km in Ziz-Tal besuchen wir eine Fossilien-Schleiferei. Wir sind von der Auswahl und besonders von den großen Objekten sehr beeindruckt. Vom Stellplatz „Jurassic“ aus macht Dagmar am Nachmittag eine Wanderung zu einer Nomadenfamilie mit, die unter einfachsten Verhältnissen in einem Seitental von ihrer Ziegenherde lebt. Manfred liest derweil die Druckfahne zum dritten Kapitel seines Buches (damit geht es beim Verlag leider nur langsam voran). Nach dem Abendessen können wir endlich einmal bei angenehmen Temperaturen in größerer Runde draußen sitzen.29.3.2025 Ab Azrou nutzen wir die sehr gut ausgebaute N13 und N8. Der erste Pass im Hohen Atlas geht auf 1900 m hinauf. Mit dem zweiten Pass über eine Hochebene des Mittleren Atlas auf 2100 m ändern sich Klima und Vegetation drastisch. Statt kargen Bergen und Palmenwäldern im Tal sehen wir nun ein grünes, fast mitteleuropäisches Landschaftsbild. Auch die Ortschaften sind nun viel gepflegter und zeugen von deutlich mehr Wohlstand. Wir machen Halt in einem Zedernwald, der von vielen Berber-Affen bevölkert ist. Am Parkplatz ersteht Dagmar eine schöne Tajine, womit sie schon länger geliebäugelt hat. Der „Emirate Euro-Camping“ in Azrou stellt sich als Gelände eines nie in Betrieb genommenen Luxushotels heraus. Der Besitzer (Scheich?) soll vor gut 10 Jahren irgendwie Ärger mit der marokkanischen Regierung bekommen haben … aber Genaueres weiß man nicht 🤷♂️. Nach Besichtigung des Hotelkomplexes gibt es eine Lagebesprechung mit unserer Reiseleitung, die durch einen leckeren, echten Glühwein (!) bereichert wird.30.3.2025 Nach 80 km parken wir auf einem bewachten Parkplatz unmittelbar an der Medina von Fès ein. Ab 12 h führt uns Abdul durch die Souks von Fès. Das Zuckerfest steht an, und an diesem Sonntag ist hier sehr viel los. Es ist ein buntes Treiben in der nach Gewerken geordneten Stadt. Das Gerberviertel, wo sich auch die Färbereien befinden, macht das Atmen stellenweise sehr unangenehm. Wir erbeuten ein paar Hausschuhe und einen Schal für Dagmar und kaufen eine große Menge Gemüse für 22 Dirham (ca. 2 €). Abends essen wir recht gut in einem nahe gelegenen Restaurant und freuen uns über das Foto einer Mitreisenden, das deutlich macht: Die Mondsichel ist zu sehen, und Ramadan ist hier morgen vorbei! 31.3.2025 Unter den Eindrücken von Fès verzichten wir auf den Besuch von Meknes, weil dort wegen Ramadan-Ende die Geschäfte geschlossen sind und zurzeit auch sehr viele Renovierungsarbeiten stattfinden. Wir fahren etwa 130 km hinüber ins Rif-Gebirge durch eine sehr grüne Kulturlandschaft. Die kleinere Straße ist zunächst sehr gut, stresst uns und unser Wohnmobil dann aber mit einer 30 km langen Baustelle. Ganz Marokko ist unterwegs. Man sieht überall viele Menschen, die das Ende von Ramadan feiern. Kinder stehen unter Zuckerschock und stellen sich uns zum Teil wagemutig in den Weg. Ein Junge ist aber auch weniger nett und wirft einen Stein gegen unser Wohnmobil (zum Glück ohne erkennbaren Schaden). Nach diesem etwas anstrengenden Streckenabschnitt erscheint uns sogar die Nationalstraße N13 mit ihren vielen Absenkungen und Schlaglöchern als Wohltat. Kurz vor unserem Ziel auf dem Stellplatz „Menzah Bellota“ machen wir noch einen Halt für Kaffee und Kuchen sowie einen kleinen Einkauf von Olivenöl, Honig, Cashewkernen, Couscous und Oliven.1.4.2025 Unser letzter Stopp in Marokko ist das nur 60 km entfernte Chefchaouen. Auf unserem Stellplatz „Camping Azila“ bestaunen wir das 1963er Feuerwehrfahrzeug unserer Platznachbarn. Von dort laufen wir nur gut 10 min hinunter in die sehr schöne Medina, in der die Farbe Blau in allen Nuancen das Bild bestimmt. Es gibt sooo viele Fotomotive! Nachmittags sind wir nochmal am Wohnmobil, um Wasser aufzutanken. Am Abend gibt es dann ein Abschlussessen mit der Reisegruppe in einem Restaurant und danach die Instruktionen für die anstehende Rückreise mit der Fähre von Tanger Med nach Algeciras.Foto: Angelika M. 2.4.2025 Um halb neun starten wir in letzte Marokko-Etappe über 130 km zum Hafen Tanger-Med. Wir genießen noch einmal die schöne Landschaft des Rif-Gebirges und machen Halt bei einem der vielen Kaffee-Anbieter am Straßenrand (7 Dirham bzw. 70 ct. pro Espresso!). Die letzten Kilometer fahren wir wieder auf einer sehr gut ausgebauten Autobahn und sehen schließlich schon den Felsen von Gibraltar im Hintergrund. Die Abfertigung am Hafen dauert wieder ziemlich lange, und unsere 14 Uhr-Fähre legt mit erst um 16:20 h (18:20 h MESZ) ab. Während der Überfahrt haben alle Zeit, sich nach 30 gemeinsamen Tagen in Marokko voneinander zu verabschieden. Das Ausparken von der Fähre (rückwärts über 50 m Rampe) ist durchaus anspruchsvoll, aber alles klappt gut, so dass wir nach den Einreiseformalitäten und gut 20 km Fahrt gegen 19:30 h den Stellplatz an der Marina von La Linea erreichen. Der Blick auf Gibraltar und ein gutes Abendessen im Restaurant mit Sigrid und Gerd (die neben uns stehen) runden den langen Reisetag perfekt ab. Man kann wieder Bier bestellen!