1.3.2025 Nach 300 km (und insgesamt gut 2.500 km) erreichen wir den Treffpunkt der Gruppe für die Marokko-Tour auf dem Campingplatz Valdevaqueros bei Tarifa. Die Stellplätze sind schön, aber durch den Regen der letzten Tage hier sehr matschig. Obwohl die Tour ja erst am nächsten Mittwoch losgeht, sind doch schon einige Teilnehmer hier, und wir hocken zum Kennenlernen schon mal ein paar Stunden vor der Bar des Campingplatzes zusammen. Anschließend machen wir noch einen Strandspaziergang mit Blick auf den afrikanischen Kontinent.2.3.2025 Nach einem ruhigen Vormittag und einer von Dagmar kreierten „Risoella“ (Risotto mit Paella-Reis) laufen wir am Nachmittag zur Duna de Valdevaqueros. Wir besuchen dort den „Hombre de Madera“ (Mann aus Holz), der dem ständigen Wind trotzt und die Aussicht über die Bucht mit vielen Kite-Surfern und den Blick nach Afrika genießt. Anschließend gibt es einen kleinen Umtrunk mit ein paar Mitgliedern der Reisegruppe in der Bar des Campingplatzes.3.3.2025 Angelika und Andreas nehmen uns in ihrem Wohnmobil mit ins 10 km entfernte Tarifa. Zu zweit erkunden wir die Stadt, die aber für uns nicht so viel zu bieten hat. Am besten gefällt uns ein Restaurant am Strand, von dem aus wir den Kite-Surfern bei ihrem spektakulären Treiben zusehen können. Wir gönnen uns für den Rückweg eine Taxifahrt und verbringen den größten Teil des Nachmittags mit der wachsenen Reisegruppe in der Bar des Campingplatzes.4.3.2025 Heute ist der erste Tag unserer gebuchten Marokko-Tour. Vormittags frischen wir alle Wohnmobilsysteme auf. Nachmittags treffen sich alle Teilnehmer, um sich von der Organisatorin Eva in die Tour einstimmen zu lassen. Nach vielen Informationen gibt es dann zur Belohnung Sangria und schließlich eine Riesen-Paella für die 30 Mitreisenden.5.3.2025 Der Wecker klingelt um 7 h, Abfahrt ist um 7:30 h. Wir fahren 45 min zum Hafen von Algeciras, wo wir das Ticket für die „10 h“-Fähre bekommen und uns anstellen. Um 11 h beginnt endlich das Verladen aufs Schiff, kurz nach 12 h fährt das Schiff ab. Nach 90 min, gegen 12:30 h Ortszeit, kommen wir in Tanger Med an und verbringen dann nochmal über 2 Stunden mit Passkontrolle, Zollkontolle und Geldwechsel. Highlight ist das Röntgen der kompletten Fahrzeuge! Nach kurzem Treffen mit der Reiseleitung fahren wir dann noch eine Stunde über die gute Autobahn nach Asilah. Um 16:30 h parken wir auf dem Stellplatz dicht an der Medina ein. Wir machen dort einen Rundgang in der Gruppe und sind schließlich auch beim gemeinsamen Abendessen dabei. Eine laute Sirene kündigt den Sonnenuntergang und das Fastenbrechen an.6.3.2025 Bei Regen brechen wir von Asilah in Richtung Mohammedia auf. Nach 3 Stunden Fahrt über eine moderne Autobahn durch schwer vermüllte Landschaft erreichen wir mittags den am Meer gelegenen Campingplatz „l’Océan Bleu“. Nachmittags erkunden wir ein wenig die Umgebung, abends gehen wir mit der Gruppe in ein Lokal zum „Fastenbrechen“. Ramadan wirkt sich tagsüber schon erheblich aus … viele Geschäfte sind geschlossen, und es ist insgesamt sicher weniger los.7.3.2024 Gegen 8:30 h werden wir abgeholt und mit dem Taxi nach Casablanca gefahren. In der viel zu großen Stadt wollen wir nur die Moschee Hassan II. ansehen 🕌. Sie wurde 1986 bis 1993 erbaut und ist eine der größten Moscheen der Welt, das Minarett ist ca. 200 m hoch. Besonderheit ist auch, dass eine Besichtigung für Nicht-Muslime möglich ist. Uns gefallen auch die vielen schönen Details sehr gut. Am Nachmittag machen wir noch einen kleinen Einkauf auf dem Markt, und am frühen Abend gibt es einen „Stuhlkreis“ der Reisegruppe, wo wir über die Weiterfahrt nach Marrakesch und den Aufenthalt dort informiert werden.8.3.2025 Bei sehr heftigem Regen machen wir uns auf den Weg über die Autobahn nach Marrakesch. Nach 280 km parken wir auf einem großen Parkplatz unmittelbar außerhalb der Stadtmauer ein. Es ist auch am Nachmittag regnerisch und mit gerade 15 Grad viel zu kühl für diese Stadt. Trotzdem sind wir besonders von den Souks mit ihrem bunten Treiben fasziniert. Wir besichtigen auch eine Koranschule aus dem 14. Jahrhundert. Abends gehen wir in einer kleineren Gruppe nochmal los zum Essen. Gerade der große, berühmte Platz „Jemaa el fna“ ist trotz der Nässe und Kälte gut bevölkert. Obststände, Garküchen, Märchenerzähler … alle sind da, nur die Schlangenbeschwörer fehlen, weil es den Kobras offensichtlich zu kalt ist.9.3.2025 Dieser Sonntag hat deutlich besseres Wetter und beginnt um 9:15 h mit einer Lagebesprechung auf dem Wohnmobil-Parkplatz. Anschließend führt uns Mustafa in perfektem Deutsch durch die Medina und die weitläufigen Souks. Es ist alles so bunt und vielfältig! Bei einem Händler für Gewürze und bei einem für Gebäck kaufen wir kräftig ein. Auf dem Rooftop des „Café de France“, das trotz Ramadan für Touristen geöffnet hat, gibt es eine Tajine zum Mittag. Um 15 h haben wir Tickets für den überfüllten „Jardin Majorelle“. Es ist ein schöner, 100 Jahre alter Künstlergarten, der ab 1980 von Yves Saint Laurent und seinem Freund genutzt wurde. Es gibt hier so viele schöne Fotomotive, dass Dagmar die Auswahl wirklich schwer fällt. Den Abend verbringen wir dann zunächst mit der Gruppe in einer Garküche auf dem „Jemaa el fna“ und dann mit Angelika und Andreas bei einem Umtrunk im kleinen Kreis.10.3.2025 Für die 180 km von Marrakesch an die Küste zum Campingplatz „Sidi Kaouki Beach“ brauchen wir gut 3 Stunden … insbesondere in den Ortsdurchfahrten merken wir, dass wir nun wirklich in Marokko sind! Der Stellplatz ist gut, auch wenn wir hier nun zwei weitere Tage keinen funktionierenden Stromanschluss haben … wir freuen uns über die kleine PV-Anlage auf unserem Dach. Wir vertilgen das sehr leckere Gebäck, das wir in Marrakesch gekauft hatten. Nachmittags erkunden wir dann den breiten Sandstrand, der aber ziemlich vermüllt ist. Die vielen herumstehenden Männer, die hier Kamele und Pferde für einen Ausritt anbieten, stört der Müll aber nicht. Abends lassen wir dann noch erfolglos unsere Satellitenschüssel kreisen … wir sind nicht mehr im Empfangsbereich von „Astra“. Für das Streamen der Nachrichten verbrauchen wir also kostbares Datenvolumen 🤷♂️.11.3.2025 Um 10:30 h fahren wir mit dem Taxi gut 20 km nach Essaouira. Wir erkunden bei Sonnenschein den Fischerhafen und den Fischmarkt, wo u.a. Doraden und Degenfische angeboten werden. Anschließend laufen wir durch die schöne Künstlerstadt, genießen die Angebote einer Patisserie und freuen uns über die vielen Geschäfte mit ihren bunten Auslagen. Dabei geraten einige kleine Fliesen-Untersetzer und ein Olivenholzbrett in unseren Besitz. Essaouira gefällt uns auch sehr gut, weil es nicht so überlaufen und hektisch ist wie Marrakesch. Ein gutes Fischessen in einem Restaurant und ein Glas Wein (!) runden unseren perfekten Stadtbummel ab.12.3.2025 Über eine kurvige, mäßig ausgebaute Strecke kommen wir zwar nur langsam voran, genießen aber die schöne Landschaft und Blicke auf das Treiben am Straßenrand, das überall von sehr einfachem Leben zeugt. Wir halten einmal in einem Ort, um Gemüse und Trinkwasser zu kaufen, und einmal an einer Aussichtsstelle mit wunderbarem Blick aufs Meer. Nach gut 3 Stunden und 140 km erreichen wir den Wohnmobilplatz „Terre d‘Océan“ in Taghazout, etwa 20 km vor Agadir. Wir finden einen wunderbaren Platz in der ersten Reihe mit „full hook-ups“ (Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss). Bei bester Aussicht entspannen wir und haben dann abends bei Regen noch einige Mitreisende zu Gast in unserem Wohnmobil.13.3.2025 In der Nacht hat es weiter heftig geregnet, aber die Sonne vertreibt bei gut 20 Grad alle Wolken. Wir verzichten auf einen Besuch von Agadir und lassen es uns stattdessen am Wohnmobil gut gehen. Einige Mitreisende lassen sich hier ihr Wohnmobil reparieren oder von einem Künstler verschönern. Wir lassen uns nicht zu einem „WoMo-Tatoo“ hinreißen, aber die Wüstenmotive sind gut gelungen … auf Anfrage wird auch mal das Matterhorn in die Sahara verlegt. Einen Versuch, nachmittags noch an den Strand zu gehen, brechen wir ab, weil uns das von weiter unten betrachtet sehr steinig und nicht mehr attraktiv erscheint. Eine kleine Lagebesprechung in der Gruppe, ein Umtrunk mit marokkanischem Wein und ein gutes Essen im Restaurant am Platz runden den Tag ab. Und beim Zähneputzen 😬🪥immer dran denken: Nicht das Leitungswasser benutzen! 14.3.2025 Unser geliehenes TomTom-Navi weist uns den gut 180 km langen Weg nach Tafraout; wo nötig, kontrolliert Dagmar den kurvigen Streckenverlauf mit Google Maps. In Agadir besuchen wir noch einen großen Supermarkt (Carrefour), dann geht es in die Berge des Antiatlas. Zunächst beschäftigen uns beim Fahren noch die Folgen der ungewöhnlich starken Regenfälle, dann staunen wir immer mehr über die beeindruckende Gebirgslandschaft. Nach zwei Dritteln der Strecke besuchen wir Tizourgane, ein von einer Mauer umgebenes Bergdorf. Wir bekommen dort einen traditionellen Pfefferminztee, der beim Einschenken kunstvoll belüftet wird. Nach dem Stopp wird die Straße nochmal schmaler, und es wird unmöglich, allen Schlaglöchern auszuweichen. Wir kommen nur noch mit knapp Tempo 50 voran und erreichen Tafraout am späten Nachmittag. Dort stehen wir vor beeindruckender Bergkulisse auf dem Campingplatz „Tazka“, der durch unsere Gruppe aber gut gefüllt ist. Die Tajine zum Abendessen gibt es wegen Ramadan dann erst recht spät in einem Restaurant in der Stadt.15.3.2025 Heute steht eine Wanderung zu den „Blauen Steinen“ an, die vom belgischen Künstler Jean Verame 1984 mit Hilfe von 18 t Farbe, 30 Feuerwehrmännern und einigen Löschfahrzeugen und Schläuchen eingefärbt wurden. Wir laufen knapp zwei Stunden dorthin durch eine Landschaft, die auch ohne bunte Steine beeindruckend ist. Wir sehen mehrere Skorpione in dieser wüsten Gegend. Nach dem kleinen Picknick auf blauen Steinen laufen wir weiter in ein naheliegendes Dorf. Dort besuchen wir eine Kooperative, in der Frauen Argan-Öl produzieren … sie schlagen mit einem Stein die Kerne aus den Früchten des Arganbaums. Vier Kilo der Kerne braucht es, um den Liter Öl herzustellen, den wir mitnehmen. Mit dem Taxi geht es anschließend zurück nach Tafraout. Beim Schuhhändler, den wir dort besuchen, halten wir unsere Kaufgelüste dann ohne Probleme im Zaum!