01.06.2023 Eine schöne Radtour (11 km) am Meer entlang bringt uns zusammen mit Gernot und Susanne zum Museum „Louisiana“. Wir sehen dort viele herausragende Kunstwerke in einer wunderschönen Atmosphäre. Alberto Giacometti, Joan Miró, Andy Warhol, Henry Moore, Alicia Kwade und Yayoi Kusama sind nur einige der Künstler, deren Werke hier wunderbar präsentiert werden. Besonders der Skulpturengarten mit dem Blick aufs Meer gefällt uns sehr gut. Am Abend grillen wir am Stellplatz und genießen dann noch beim Plausch im Wohnmobil den Blick übers Meer auf die schwedische Küste.02.06.2023 Nachdem wir uns von Susanne und Gernot verabschiedet haben, machen wir uns über den Strand und Hafen auf den Weg zum Schloss Kronburg. Auf dem 450 Jahre alten Schloss fanden zahlreiche Partys der damaligen Herrscherzunft statt, und Shakespeare hat sich hier zu seinem „Hamlet“ inspirieren lassen.03.06.2023 Wir schaffen es auf die 9-Uhr-Fähre nach Helsingborg. Unser nächster Campingplatz liegt nur 50 km nördlich von Helsingborg auf der Halbinsel Kullaberg. Auf einer kleinen Radtour besichtigen wir zuerst den Park Krapperup mit sehr schönen Rhododendren. Nächste Station ist das wunderschöne Landcafe „Flickorna Lundgren“ mit teurem, aber auch sehr leckerem Kuchen. Nach der Radtour dann die Wanderung: Wir laufen zu Nimis, einem „Kunstwerk von Lars Vilks am Meer mit wackeligen, labyrinthartig angeordneten Türmen und Tunneln aus Treibholz“ (sagt Wikipedia). Rumklettern machen wir aber nicht, denn das Ganze ist ziemlich illegal und überhaupt nicht angemessen abgesichert.04.06.2023 Nach gut 200 km Fahrt kommen wir um 13 Uhr auf unserem nächsten Stellplatz am Meer bei Göteborg an (Liseberg Camping Askim Strand). Nachdem wir uns zum ÖV-Angebot schlau gemacht haben, erwerben wir in einer App ein Drei-Tage-Ticket und machen uns auf den Weg per Expressbus ins 10 km entfernte Zentrum Göteborgs. Wir erkunden das „Palmhuset“. Anschließend laufen wir noch etwas durch die Innenstadt und besorgen einen neuen Scherkopf für Manfreds Rasierer … es ist zwar Sonntag, aber viele Geschäfte sind geöffnet. Zurück am Campingplatz bestaunen wir noch die Steine am Strand und einen Kajak-Automaten.05.06.2023 Unser erster Programmpunkt heute ist der Botanische Garten von Göteborg. Er gefällt uns sehr gut, besonders eine abgestorbene Eiche, die von einem britischen Künstler mit systematischen Bohrungen zu einem Insektenhotel gemacht wurde. Danach ging es mit der Straßenbahn zum alten Freihafengelände, das mit viel Kreativität umgenutzt wurde. Es gibt bereits ein schwimmendes Freibadbecken, einen Saunaturm und vieles mehr. Es sind hier sehr viele Menschen unterwegs, denn Göteborg feiert seinen 402ten Geburtstag (corona-bedingt eben erst jetzt). Es gibt ein Wiedersehen mit dem Segelschulschiff „Göteborg“ (siehe 26.05.). Manfred bestaunt nochmal das Pkw-Parkhaus auf dem Schiff, das er 2001 schon einmal gesehen hat. Wir statten Gustav Adolf, Gründer von Göteborg, einen kurzen Besuch ab und schließen dann unsere heutige Tour im angesagten Stadtviertel Haga bei Pizza und wunderbarem local Hefeweizen (Brauerei 0/0) ab.06.06.2023 Wir machen einen Ausflug auf die südlichen Schären vor Göteborg. Nach zwei Bus-Etappen treffen wir auf eine so überfüllte Straßenbahn (Linie 11), dass wir es vorziehen, bis zum Hafen Saltholmen zu Fuß zu gehen. Heute ist ja Nationalfeiertag … auf dem Schiff und den Inseln ist es aber zum Glück nicht so voll. Wir besuchen zuerst Vrångö mit seiner alten Lotsenstation. Nach Fish&Chips geht es mit dem Schiff nach Donsö, und von dort laufen wir über eine Brücke nach Styrsö und fahren dann von Bratten zurück nach Saltholmen. Die Straßenbahn zurück ist leider wieder sehr voll. Wir hatten einen schönen Tag auf den Schäreninseln, und auch heute schien die Sonne über 15 Stunden!07.06.2023 Heute geht es über 200 km an den größten See in der EU, den Vänern. Beim Tankstopp kämpft Manfred eine Weile mit Kreditkarte und Tankautomat, aber irgendwann läufts, zumindest bis zum Betrag von 1.500 Kronen. Wir erreichen Sjötorp am Göta-Kanal und bekommen auf dem „Askeviks Camping“ einen Traum-Stellplatz am See. Wir genießen am restlichen Tag den schönen Ort, Manfred badet sogar, und um 22 Uhr verabschiedet sich dann die Sonne spektakulär im See.08.06.2023 Wir genießen unseren Premium-Stellplatz und den Blick auf den See. Die Wettervorhersage ist irgendwie langweilig: Dauersonnenschein wie in den Filmen von Inga Lindström. An der Rezeption haben wir nun auf insgesamt 5 Nächte verlängert. Ansonsten gibt es heute nur einen kleinen Fahrradausfug ins 5 km entfernte Sjötorp, um einen ersten Eindruck vom Göta-Kanal zu bekommen, ein Cafe zu besuchen und etwas einzukaufen.09.06.2023 Bei unserer heutigen Radtour fahren wir zunächst wieder nach Sjötorp, und dann am idyllischen Götakanal entlang. Nach 25 km genießen wir in Töreboda (Restaurant Krubb) ein leckeres Fischgericht und entschließen uns, am Nachmittag der ältesten Holzkirche der Region in Älgarås einen Besuch abzustatten. Der 400 Jahre alte Bau gefällt uns sehr gut (er ist übrigens auch als Modellbausatz erhältlich). Anschließend fahren wir dank Google auf kleinen Straßen und Wegen durch sehr schöne Waldlandschaft wieder zurück zum Campingplatz. Die insgesamt 70 km heute waren dank E-Bike gar nicht so anstrengend, aber mit dem Sitzen auf dem Sattel reicht es trotzdem.10.06.2023 Heute ist Ruhetag. Wassertank auffüllen, Fahrräder putzen, den Zahnriemen an Manfreds Rad mit Silikonspray behandeln … viel mehr bekommen wir nicht hin. Stattdessen genießen wir weiter den schönen Platz hier am See und den Sonnenuntergang um 22:15 Uhr.11.06.2023 Nach ersten Überlegungen zu einer Bewässerungsanlage für unseren Garten in Trautheim machen wir am Nachmittag noch eine kleine Radtour (ca. 30 km). Wir folgen zunächst dem sehr gut ausgebauten Radweg „Vänernleden“, fahren dann zum Nachbarsee Skagern und auf einer Waldstrecke zurück. Die Fotoausbeute zeigt eine Lachstreppe und schöne Grundstücke am Wasser (meist mit Sauna). Bei der künstlerischen Verzierung unserer Fahrräder erkennen wir noch Handlungsspielraum. Zum Abend hin genießen wir dann noch einmal Seeblick und Sonne auf diesem wunderbaren Platz.12.06.2023 Es sind 250 km, die wir entspannt mit Tempo 80 (+x) fahren, um Mariefred zu erreichen. Der Campingplatz liegt wieder am See, etwa 2 km von einer Hauptsehenswürdigkeit Schwedens entfernt, dem Schloss Gripsholm. Bei einer Führung durch das gut 400 Jahre alte Renaissance-Schlösschen lernen wir vor allem etwas über den charmanten Umgang miteinander in der damaligen Königsfamilie … gegenseitige Absetzungen und Inhaftierungen kamen durchaus häufig vor. Uns gefiel auch das Theater mit den Mechaniken zum Kulissenschieben sehr gut. Auf dem Weg zurück besuchen wir noch das Grab von Kurt Tucholsky, der hier einige Jahre lebte und 1931 seinen Liebesroman „Schloss Gripsholm“ veröffentlichte. 13.06.2023 Nur eine Stunde fahren wir zum nächsten Stellplatz in Bredäng, am Stadtrand von Stockholm. SL-App installieren, darin ÖV-Tickets kaufen und los geht´s mit der Metro in die Innenstadt (30 min). Wir starten mit dem fantastischen Vasa-Museum und bestaunen das 400 Jahre alte Kriegsschiff. Beim anschließenden Rundgang durch diese lebhafte, schöne Stadt am Wasser begegnen uns auch schmucke alte Häuser, ein Giraffen-Kran und ein spiegelndes Kunstwerk von Ai Weiwei. Den sehr warmen Stockholmer Sonnentag beschließen wir mit einem wahrhaft coolen Drink bei minus 7 Grad in der IceBar Stockholm.14.06.2023 Unser zweiter Tag in Stockholm beginnt im angesagten Stadtviertel Östermalm in der „Saluhall“, wo wir auch ein leckeres libanesisches Mittagessen bekommen. Anschließend schlendern wir zum Schloss (nicht besichtigt) und in die Altstadt (Gamla stan). Im sehr interssanten Nobel Prize Museum wundern wir uns, wie wenige der klügsten Köpfe wir kennen. Weiter geht es durch die schöne, sehr gut besuchte Altstadt. Eine Bäckerei mit vielversprechendem Brot und eine schöne Aussicht vom Mariaberget sind unsere nächsten Stationen, bevor es mit der Schiffslinie 82 zur Nachbarinsel geht. Das unterhaltsame Abba-Museum weckt viele Erinnerungen an Musik und Tapetenfarben.15.06.2023 Auf unserer Reise geht es nun wieder Richtung Süden, und nach 270 km erreichen wir den Campingplatz in Västervik. Er ist sehr groß, aber in mehrere Teile aufgegliedert, und wir stehen auf einem Platz direkt am Wasser. Eine kleine Schärenlandschaft ist hier über Stege erschlossen und lädt zum Erkunden ein. In der Anlage ist dieses Wochenende ein Biker-Treffen mit Hardrock-Konzert … wir sehen viele schöne Motorräder und hören am frühen Abend auch in einen Live-Auftritt hinein. Am Abend werden wir zum Glück nicht zu arg beschallt, weil unserer Stellplatz auf dem großen Gelände weit genug von der Hauptbühne entfernt ist.16.06.2023 Wir genießen einen ruhigen Vormittag auf unserem Platz im Schären-Archipel. Mittags fahren wir mit dem Rad nach Västervik zum Museum. Allerdings besichtigen wir dort nicht die heimatkundliche Sammlung, sondern gehen im benachbarten Restaurant gut essen (Bezahlung wie immer mit Karte … wir haben auf der ganzen Reise noch kein Bargeld gebraucht). Danach geht es in das Naturreservat Gränsö … vorbei an Briefkastenansammlungen und beeindruckenden Bäumen. Auf dem Rückweg gibt es im ansonsten unscheinbaren Västervik ein paar schöne Bauten zu sehen. Im „Cafe 96“ bekommen wir einen Semlor, ein ziemlich süßes, windbeutelartiges Gebäck. Während wir den verzehren, zieht mit viel Lärm eine Art Abi-Parade am Cafe vorbei.17.06.2023 Bei ausnahmsweise bedecktem Himmel machen wir eine kleine Radtour in die vorderen Schären vor Västervik. Es gibt eine eiszeitlich verursachte Ansammlung von Kieselsteinen zu sehen, quasi ein kleines Felsenmeer. Ein Fischerhafen am Endpunkt unserer Radtour bietet schöne Motive. Erstausgabe von 1945Astrids ElternhausCarls Elternhaus18.06.2023 Gegen 10 Uhr verlassen wir den Campingplatz, um erst einmal in eine Alkoholkontrolle zu geraten … Zielgruppe sind wohl eher die Biker vom Rockfestival als die WoMo-Fahrenden … Manfred darf trotzdem pusten. Die erste Etappe bringt uns dann nach Vimmerby zum Elternhaus von Astrid Lindgren (1907-2002). Die Ausstellung ist sehr informativ, wir lernen unter anderem, dass der Michel von Lönneberga im Schwedischen Emil heißt. Gut zwei Stunden fahren wir dann weiter zum nächsten Elternhaus, nämlich dem von Carl von Linné. Dieser Naturforscher hat im 18. Jahrhundert die binäre Nomenklatur (Gattung und Art) zur Bezeichnung von Pflanzen, Tieren und Mineralien entwickelt, und er wird in Schweden sehr verehrt. Unweit davon, in Älmhult, finden wir wieder einen schönen Platz am See.19.06.2023 Älmhult ist der Stammsitz von IKEA. Schon auf dem Campingplatz wirbt ein liebevoll ausgestatteter Wohnwagen für das Unternehmen. Im ersten IKEA-Kaufhaus, das 1958 eröffnet wurde, befindet sich heute das IKEA-Museum. Unser Besuch dort ist sehr interessant, man kennt ja viele der Möbel! Und das typische IKEA-Restaurant mit Kötbullar gibt es hier natürlich auch. Am späten Nachmittag betreiben wir dann noch etwas Landeskunde und besuchen einen gut sortierten “Systembolaget“, wo man staatlich kontrolliert Kaltgetränke mit mehr als 3,5 % kaufen kann.20.06.2023 Weiter geht´s in die Südspitze von Schweden. In Kåseberga bekommen wir einen guten Stellplatz und können zu Fuß die Attraktion dieses Ortes besuchen. Es ist eine sogenannte Schiffssetzung aus 59 Steinen direkt an der Ostseeküste. Zum Alter der Anlage gibt es offensichtlich unterschiedliche Meinungen … die Angaben im Internet schwanken zwischen Bronzezeit (2200 bis 800 v.Chr.) und 600 n. Chr. Eine kleine Radtour am Nachmittag brechen wir nach einigen Kilometern mangels geeigneter Infrastruktur ab und lassen uns dann lieber am Hafen von Kåseberga bei Ostseeblick mit lokalem Bier versorgen.21.06.2023 Am Mittsommertag verlassen wir Schweden und fahren heute 300 km über die Öresund-Brücke, quer durch Dänemark und dann mit der Fähre von Rødby nach Puttgarden. Wir haben uns im letzten Winkel von Fehmarn den Campingplatz Ahoi ausgewählt, wo wir nochmal zwei Tage am Meer verbringen wollen.22.06.2023 Es ist ein wunderschöner Sommertag auf Fehmarn. Wir erkunden die Insel auf einer Radtour. In Lemkenhafen genießen wir in der „Aalkate“ ein sehr gutes Mittagessen. Nach einer Besichtigung des Mühlen,useums im Ort geht es auf besten Radwegen zum Leuchtturm Flügge und dann von dort immer auf dem Deich entlang zurück zu unserem Stellplatz. Manfred wagt ein Bad in der Ostsee, es ist gar nicht so kalt. Gegen Abend zieht dann die Wolkendecke zu, es gibt eine eigenartige Lichtstimmung, die unter anderem von der AidaDiva durchkreuzt wird.23.06.2023 Es sind nur 300 km nach Hannover, aber wir brauchen gut 5 Stunden dafür, weil viele Baustellen und reichlich Reiseverkehr für eine Reihe von Staus sorgen. Wir stehen heute auf dem Parkplatz einer Schule und besuchen wie auf dem Hinweg Elise, die aber nun schon doppelt so alt ist. Es ist ein kleines Großfamilientreffen, bei dem auch Elises Eltern, die Großeltern mütterlicherseits sowie eine Großkusine und ihr Partner dabei sind. Es gibt leckere selbstgebackene Pizza, Salat und einen tollen Nachtisch … es geht uns allen sehr gut.24.06.2023 Wir fahren den Rest des Weges nach Hause und blicken auf vier sehr schöne Wochen im Norden zurück!