03.04.2023 Gegen 10 Uhr kommen wir los und fahren über Mülhausen und Belfort knapp 500 km bis nach Seurre. Hier waren wir vor einem guten Jahr schon einmal auf Zwischenstopp. Der Ort an der Saône hatte sicher schon einmal bessere Zeiten, aber er gefällt uns irgendwie trotzdem. Ein Besuch im Supermarkt (Saint-Nectaire, Tomme de Savoie und eine Flasche Cidre) rundet den ersten Tag in Frankreich ab.04.04.2023 Vorbei an blühenden Rapsfeldern weht uns der kalte Nordwind Mistral bis nach Orange. Wir finden dort einen guten Campingplatz, beseitigen noch ein paar Spuren des „Shit Storm by Angry Birds“ vom letzten Stellplatz, und dann geht es auch schon auf Stadterkundung in Orange. Die Altstadt bietet viele schöne Details und zeigt uns auf einem Pflasterstein den Kaiser Augustus, in dessen Zeit diese Stadt gegründet wurde. Das römische Theater hat die am besten erhaltene Theaterwand aus der Römerzeit in Europa. Und das triumphbogenartige Ehrenmonument diente vor 2000 Jahren als Stadttor.05.04.2023 Nach einem gemütlichen Start in den Tag besuchen wir nach der Mittagspause das Museum of Art and History hier in Orange. Neben ein paar eindrucksvollen Skulpturen gefallen uns besonders die Fragmente eines einzigartigen Katasters aus der Römerzeit (77 v. Chr.), auf dem für jede Parzelle (750 x 750 m!) die Besitzverhältnisse des Landes, Pacht und Steuer festgehalten waren. Anschließend machen wir mit dem Zug einen Ausflug nach Avignon. Hübsche Straßen, der eher bullige als schöne Papstpalast (inklusive Augmented Reality) und die Brücke von Avignon sind unser Programm. Nach der Rückfahrt und einer Pizza in Orange gibt es noch einen abendlichen Blick auf den Triumphbogen.06.04.2023 Der recht starke Wind der letzten Tage hat sich gelegt, und wir machen heute bei wunderbarem Wetter eine Radtour (knapp 40 km). Es geht eine alte Bahntrasse entlang und dann in die Hügel, in denen sehr viel Wein angebaut wird. Die Kieselsteine sind charakteristisch für dieses Gebiet. In Châteauneuf du Pape genießen wir ein sonniges Mittagessen und besuchen ein Weinmuseum. Die Weinprobe bringt uns die guten Weine näher, aber die Preise (um 40 € pro Flasche!) passen im Preis-Geschmacks-Verhältnis gar nicht zu dem, was wir sonst so genießen. Wir besuchen noch die Ruine des hiesigen Papstpalastes, genießen den Blick auf den hier allgegenwärtigen Mont Ventoux und radeln dann den Weg zurück nach Orange.07.04.2023 Nur knapp 40 km westlich von Orange quartieren wir uns in Remoulins auf dem Camping Car Park ein. Die einfachen Plätze dieser Kette gefallen uns sehr gut. Mit der aufgeladenen Karte öffnet man einfach die Schranke an der Einfahrt und Ausfahrt, abgerechnet wird in der App (hier 13,20 € pro Tag). Sehr empfehlenswert für WoMo-Frankreich-Tourer. Wir laufen von hier nur gut 2 Kilometer zur Pont du Gare, die sich in schönstem Sonnenschein präsentiert … ein Hoch auf die römischen Bauingenieure! Auch das Museum dazu ist sehr informativ. Auf dem Rückweg unserer kleinen Wanderung fotografiert Dagmar noch den Tricolore-Efeu … wir fühlen uns wohl in Frankreich und sind mit der Wetterprognose auch sehr einverstanden 🌞.08.04.2023 An diesem Ostersamstag fahren wir 80 km nach Goult, wieder auf einen Camping Car Park. Nach dem Mittagessen im WoMo nutzen wir einen sehr guten Radweg direkt neben dem Stellplatz, um etwa 12 km über eine Brücke aus der Römerzeit die Hügel hinauf nach Roussillon zu e-radeln. Highlight des Ortes ist der Ockerabbau. Wir besuchen einen Ockersteinbruch und eine alte Fabrik für die Aufbereitung von Ocker. Etwas berauscht von den vielen Farben und Motiven machen wir uns auf den Rückweg.09.04.2023 Unsere heutige Tour de France führt uns 35 km durch die schöne Hügellandschaft zu den sehr touristischen Bergdörfern Gordes und Roussillon, quasi die San Giminianos der Provence. Unsere eBikes und ein Kaltgetränk in einer Brasserie tragen dazu bei, dass wir nicht allzu erschöpft wieder am Wohnmobil ankommen.10.04.2023 Es ist für uns ein ruhiger Ostermontag mit etwas Reiseplanung und Auffrischen der Wassertanks. Wir freuen uns über ein Skype mit unseren Kindern. Am Nachmittag sind wir zunächst in Goult, dem kleinen Ort, zu dem unser Stellplatz gehört. Der hübsche Ort hat eine Windmühle, ein geöffnetes Lebensmittelgeschäft (grüner Spargel!) und eine schöne Aussicht zu bieten. Anschließend fahren wir auf dem Bahntrassenradweg 16 km nach Apt, dem Hauptort des Luberon. Lavendelfelder gibt es am Wegesrand auch, aber sie blühen eben nicht im April … dafür sehen wir aber einige andere Dinge, zum Beispiel kleine Trulli und ein Dolmen (Grab aus der Zeit um etwa 2500 v. Chr.).11.04.2023 Wir fahren ans Meer. Nach einem guten Stück Autobahn wird es im letzten Teil recht bergig und kurvig. Auf dem Camping de la Plage Grimaud finden wir ohne Probleme einen schönen Platz für uns, nur 50 m vom Strand entfernt. Hier ist schon Sommer! Bis auf 27 Grad ist das Thermometer geklettert, und am Strand tummeln sich die Urlauber. Ganz anders als auf dem letzten Stellplatz sind hier mindestens 80 Prozent Deutsche. Wir erkunden die Umgebung, auch das Hafenviertel, das auf dem Plan schon ein bisschen nach Klein-Dubai aussieht.12.04.2023 Heute ist Ruhetag an der Côte d‘Azur. Wir lesen und erholen uns am Wohnmobil … nur die 30 m zum Strandlokal auf dem Platz schaffen wir am Nachmittag.13.04.2023 Nur 20 min zu Fuß und 25 min Bootsfahrt bringen uns nach Saint-Tropéz. Es gibt heute viel Wind und klare Luft. Dem Ort selbst können wir nicht so viel abgewinnen. Aber wir laufen hoch zur Zitadelle, genießen die Aussicht von dort und besichtigen das sehr interessante Marinemuseum darin. Im Ort stehen wir beeinduckt vom Preisniveau vor den Restaurants und Geschäften. Unsere Einkäufe beschränken wir auf ein Baguette und ein Stück Tarte Tropézienne (eine Kreuzung aus Bienenstich und Windbeutel für 9,90 €).14.04.2023 Schon wieder ein ruhiger Tag … Einkauf in der Lagunenstadt von Port-Grimaud … Lesen im und am WoMo … Essen im Restaurant auf dem Platz … The Voice Kids … so geht‘s!15.04.2023 Etwa 90 km weiter östlich haben wir uns gestern auf dem Campingplatz La Vieille Ferme in Villeneuve-Loubet eingebucht. Er liegt mitten zwischen Nizza und Cannes an der Veloroute No. 8. Nach unserer Ankunft regnet es, aber am späten Nachmittag können wir noch zu Fuß die Umgebung erkunden. Eine Schnecke huscht vor uns über den Gehweg. Hier sind alle Grundstücke von Mauern umgeben oder hoch eingezäunt, auch der Campingplatz braucht schon abends einen Zugangscode. Die Bahnlinie schottet den Kiesstrand über Kilometer unduchlässig vom Ort ab, und der Hafen von Villeneuve-Loubet ist durch riesige Terrassenhochhäuser eingerahmt … also, schön ist anders! Jetzt sind wir gespannt auf unsere Radtour morgen.16.04.2023 Unsere Sonntags-Radtour geht nach Nizza. Die 17 km sind durchgehend als Radweg angelegt, zum großen Teil an Strandpromenaden entlang. Allerdings ist es super voll. So viele Radfahrende (das Zählgerät am Radweg stand um 16 Uhr für heute auf über 3.500!), auch Joggende und Sonntagsspaziergehende, die auch mal den Radweg nutzen … es ist nicht sehr entspannt zu fahren. Nizza ist rummelig, aber gefällt uns mit seiner Altstadt und italienischen Atmosphäre (Michelangelos David ist auch schon da) sehr gut. Ein leckeres Mittagessen und ein Besuch des Museums für moderne Kunst runden den Tag für uns ab. Dann der Rückweg wieder am Meer entlang … und das letzte Foto macht deutlich, warum diese Küste Côte d‘Azur heißt!17.04.2023 Wir radeln heute 16 km in die andere Richtung an der Küste entlang bis nach Cannes. Es gibt einen großen Hafen, und wir werfen einen kurzen Blick auf den Palais des Festivals et des Congrés, den Hauptveranstaltungsort der Filmfestspiele. Ansonsten ist uns heute eher nach Fahrradfahren als nach Stadtbummel, und wir machen uns recht bald wieder auf den Rückweg. In Golfe-Juan finden wir vor schöner Kulisse am Hafen ein nettes Lokal zum Mittagessen, und kurz vor der Rückkehr zum Campingplatz erstehen wir noch eine Zitronen-Tarte und ein Stück Nougat … alles sehr lecker!18.04.2023 Der Tag beginnt morgens um halb acht mit der wunderbaren Nachricht, dass gestern Abend unsere Großnichte Elise Charlotte geboren wurde. Nach ein paar Wartungsaufgaben am Wohnmobil fahren wir mit dem Bus 620 nach Antibes. Die Stadt gefällt uns sehr gut! Ein schöner Markt, zum Frühstück Socca (Kichererbsenpfannkuchen aus dem Holzkohleofen), der große Hafen mit der Skulptur „Nomade“ (Jaume Plensa, 2010), viele Gassen mit tollen Geschäften (im Bild große Seifenblöcke), ein Picasso-Museum (mit Räuber Hotzenplotz), ein schöner Blick auf die Festungsanlage der Stadt (hat schon Monet gefallen) … und das Ganze bei 20 Grad und Sonnenschein. Antibes ist definitiv einen Besuch wert!19.04.2023 Wir starten die Heimfahrt mit einer Etappe von 375 km. Es geht über die Grenze nach Italien, die fast nur aus Tunneln und Brücken bestehende Autostrada dei Fiori entlang, durch die Poebene, um Mailand herum und bis nach Como. Dort landen wir auf einem etwas seltsam ungepflegten Campingplatz, auf dem es sich aber zahlreiche Kaninchen gut gehen lassen. Am späten Nachmittag fahren wir noch mit dem Bus nach Como hinein. Uns gefallen das Stadttor aus dem Jahr 1192, der Dom und natürlich der Blick auf den See. Wir bestaunen auch eine Skulptur „Life Electric“, die Daniel Liebeskind 2015 geschaffen und dem in Como geborenen Physiker Alessandro Volta (Erfinder der elektrischen Batterie) gewidmet hat.20.04.2023 Gestern hatten wir noch in einer App die „Pauschale Schwerverkehrsabgabe“ für unser Wohnmobil entrichtet, so dass wir heute ohne Weiteres in die Schweiz einfahren konnten. Es ging durch den Gotthard-Tunnel, inklusive Blockabfertigung (Zuflussregelung), und dann am Vierwaldstätter See entlang. Wir sind in Como im Frühlingswetter gestartet, aber in den Bergen war es deutlich kühler, sogar Schnee haben wir gesehen. Nach 350 km ist das Ziel für heute Bad Krozingen. Der Stellplatz dort ist sehr voll, aber wir kommen unter und nutzen noch die Gelegenheit, die benachbarte Therme Vita Classica zu besuchen.21.04.2023 Am Vormittag fahren wir die restlichen 250 km nach Hause. Wir hatten eine sehr schöne Zeit in Frankreich und haben uns dort sehr wohl gefühlt. Das liegt für uns auch daran, dass man dort inzwischen doch immer Menschen findet, mit denen man sich auf Englisch oder sogar Deutsch verständigen kann. Wir werden eine solche Reise nach Süd-Frankreich bestimmt wiederholen … aber jetzt freuen uns erst einmal über die Blütenpracht in unserem Garten.